Pressemeldungen  | 18.03.2015

Eckwerte zum Bundesagrarhaushalt gehen in die richtige Richtung

DBV sieht Nachbesserungsbedarf bei Mitteln zur LUV und zur Agrarstrukturförderung


Der „Eckwertebeschluss“ des Bundeskabinetts zum Bundesagrarhaushalt vom 18. März setzt aus Sicht des Deutschen Bauernverbandes (DBV) zwar einige Zeichen in die richtige Richtung, wird aber in einigen Bereichen den Anforderungen der kommenden Jahre nicht gerecht. So bleibt die vorgesehene Aufstockung der Mittel zur Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ um 30 Millionen Euro in 2016 und um weitere 30 Millionen Euro in den Folgejahren hinter den wachsenden Aufgaben im ländlichen Raum zurück. Mit Bedauern stellt der Deutsche Bauernverband außerdem fest, dass die wiederholt geforderte Anpassung der Bundesmittel an die Herausforderungen in der Landwirtschaftlichen Unfallversicherung (LUV) keine Berücksichtigung findet. Nachdem für den Sonderrahmenplan Hochwasserschutz in 2015 nur 20 Millionen Euro Bundesmittel vorgesehen sind, soll diese Haushaltsposition in den drei Folgejahren auf jeweils 100 Millionen Euro aufgestockt werden und damit den präventiven Hochwasserschutz stärken und verstetigen. Große Erwartungen hat der landwirtschaftliche Berufsstand in das vorgesehene Bundesprogramm zur Förderung der Energieeffizienz und Energieberatung in der Landwirtschaft und im Gartenbau in den Jahren 2016 bis 2018, das auf den von der Bundesregierung am 3. Dezember 2014 beschlossenen Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) zurückgeht. Das Programm soll in 2016 mit 15 Millionen Euro und in den beiden Folgejahren mit jährlich 25 Millionen Euro Bundesmittel dotiert sein.  
 
Grundsätzlich positiv wertet der DBV das vorgesehene 10 Milliarden Euro-Investitionspaket der Bundesregierung für zusätzliche Investitionen unter anderem in die öffentliche Verkehrs- und digitale Infrastruktur. Bei der Umsetzung dieses Paketes kommt es aus Sicht des DBV vor allem darauf an, die ländlichen Räume rasch mit schnellem Internet zu versorgen. Weiter ist mit dem Investitionspaket nicht nur dem Straßenbau, sondern auch dem ländlichen Wegebau hinreichend Rechnung zu tragen.  
 
Nach dem „Eckwertebeschluss“ sollen die Ausgaben des Bundesagrarhaushaltes in 2016 5,49 Milliarden Euro betragen. Das wären gegenüber 2015 rund 140 Millionen Euro mehr. Die Haushaltsausgaben des Bundes insgesamt sollen 2016 mit 312,5 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr um 9,9 Milliarden Euro höher ausfallen. In den Jahren 2016 bis 2019 soll keine Neuverschuldung stattfinden.