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Ackerbau

Heimische Eiweißpflanzen fördern

Gemeinsames Positionspapier von DBV, BDP und UFOP

In Deutschland wurden in 2011 Eiweißpflanzen auf weniger als 100.000 Hektar angebaut, was ca. 0,8 Prozent der Ackerfläche entspricht. Gut die Hälfte entfällt auf Erbsen (56.000 ha), danach folgen Süßlupinen (22.000 Hektar) und Ackerbohnen (17.000 Hektar). Damit ist die Anbaufläche seit 1998 um zwei Drittel zurückgegangen. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken haben der Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter (BDP), des Deutsche Bauernverband (DBV) und die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (Ufop) ein gemeinsames Positionspapier für eine gemeinsame Eiweißstrategie verfasst (siehe Download).

Vor dem Hintergrund des stark rückläufigen Anbauumfangs ist die züchterische Bearbeitung der Eiweißpflanzen auf hierzulande nur noch je ein einziges Züchtungsprogramm für Erbse, Ackerbohne und Süßlupine reduziert. Diese noch bestehenden Züchtungsprogramme drohen ebenfalls aufgegeben zu werden. Auch der ökologische Landbau, der auf die biologische Stickstofffixierung dringend angewiesen ist, kann die Aufrechterhaltung der Eiweißpflanzenzüchtung nicht nachhaltig tragen.

Die genannten Eiweißpflanzen haben im Vergleich zu anderen Marktfrüchten wie Getreide und Raps derzeit eine deutlich geringere Wettbewerbsfähigkeit je Hektar, selbst unter Berücksichtigung des Vorfruchtwertes. Dieser wirtschaftliche Nachteil konnte auch durch Förderung der EU-Agrarpolitik wie der Eiweißpflanzenprämie (55,57 Euro je Hektar bis 2008) oder durch die Förderung vielfältiger Fruchtfolgen über die die 2. Säule nicht wettgemacht werden, zumal dieses Programm nur in wenigen Bundesländern angeboten wird. Deutschland deckt seit Jahrzehnten einen erheblichen Anteil seines Bedarfes an proteinhaltigen Futtermitteln aus Importen, vor allem Sojaschrot. Dieses Eiweißdefizit ist durch das komplette Verfütterungsverbot tierischer Eiweiße auch an Nichtwiederkäuer wie Schweine und Geflügel noch verschärft worden, obwohl dessen Aufrechterhaltung im Sinne des gesundheitlichen Verbraucherschutzes inzwischen fachlich fragwürdig geworden ist.

Das Erfolgsbeispiel Raps zeigt jedoch, wie Rapsschrot als heimisches Protein-Futtermittel und als Koppelprodukt der Ölherstellung in erheblichen Mengen Eingang in die Nutztierfütterung gefunden hat. Auch bei der Bioethanolproduktion entstehen wertvolle Eiweißfuttermittel. Heute werden in Deutschland etwa 3,0 Mio. Tonnen Rapsschrot und 5,0 Mio. Tonnen andere Ölschrote, vor allem Sojaschrote, verfüttert.