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Eiweißstrategie
Behauptet wird, dass es für Schweine, Geflügel und Rinder in ausreichender Menge heimische Eiweißfuttermittel gibt.

Tatsache ist, über das Grünland, über Raps und Leguminosen werden 69 Prozent des Eiweißbedarfs aus heimischer Produktion gedeckt.

Fakten: 
  • Für die Eiweißversorgung der Nutztiere sind derzeit in Deutschland pro Jahr 8,4 Millionen Tonnen sogenanntes verdauliches Rohprotein erforderlich. 5,8 Millionen Tonnen davon decken heimisches Rau- und Grünfutter (wirtschaftseigenes Grundfutter), wirtschaftseigenes Getreide und heimische Nebenprodukte der Rapsöl- und Bioethanolgewinnung, der Lebensmittelverarbeitung sowie Körnerleguminosen (Hülsenfrüchte) wie Erbsen, Ackerbohnen und Lupinen ab.
  • 2013 wurden auf 75.000 Hektar Körnerleguminosen angebaut. Manko ist ihre zu geringe Ertragsicherheit. Zur Steigerung des inländischen Eiweißpfanzenanbaus sind vor allem Forschung und Züchtung gefordert. Hierauf baut auch die Eiweißstrategie der Bundesregierung auf. Die Anbaumöglichkeite von Leguminosen beim „Greening“ in der GAP-Reform soll ebenfalls einen Bezug zur stärkeneren Versorgung mit einheimischen Eiweißpflanzen liefern.
  • Während in Europa die Flächenproduktivität des Getreideanbaus wesentlich größer ist als in Südamerika, ist es bei Eiweißpflanzen genau umgekehrt. Im Rahmen internationaler Arbeitsteilung exportiert Europa Getreide und importiert Sojabohnen.
  • Der Anbau von Eiweißpflanzen steht bei beschränkter Ackerfläche im Wettbewerb mit energielieferndem Getreide. Sojabohnen erzeugen mehr verwertbares Eiweißfutter in klimatisch günstigeren Regionen. Der Anbau von heimischem bzw. regionalem Soja (Donau-Soja) nimmt aber zu.
  • In der Rinderhaltung stammt der überwiegende Teil der Eiweißversorgung aus Gras und Heu vom heimischen Grünland. Die Qualität des Grünlands ist entscheidend für die Eiweißversorgung der Milchkühe. Eine nachhaltige Grünlandbewirtschaftung (inkl. Pflegeumbruch) ist der Schlüssel zum Fortbestand regionaler Rinderhaltung.
  • Heimische Eiweißfutter (Raps, Erbsen, Lupinen) werden bei Schweinen und Geflügel, soweit gesundheitlich verträglich, eingesetzt.