Pressemeldungen  | 07.04.2016

Wissenschaftliche Grundlage für Risikobewertung von Pflanzenschutz-Wirkstoffen unverzichtbar

DBV-Erklärung fordert sachgerechte Pflanzenschutz-Zulassungspolitik

Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat eine sachlichere, auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und Bewertungen basierende Diskussion über Pflanzenschutzmittel und deren Anwendung angemahnt. Dies geht aus einer Erklärung zur Pflanzenschutz-Zulassungspolitik hervor, die der erweiterte DBV- Verbandsrat verabschiedet hat. Das Gremium, dem die Präsidenten und Hauptgeschäftsführer der 18 Landesbauernverbände angehören, warnt davor, dass „in der öffentlichen Diskussion zunehmend vom Grundsatz der wissenschaftlichen Risikobewertung abgewichen, die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln im Grundsatz in Frage gestellt und gleichzeitig der Nutzen des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln verkannt wird“.

 

Die Erklärung geht auf vier aktuelle Themenfelder ein und enthält die Lösungsvorschläge seitens des DBV. Gefordert wird, Pflanzenschutzmittel nach wissenschaftlichen Maßstäben zuzulassen, die Zulassung nicht für agrarpolitische Ziele zu instrumentalisieren und die Zulassung endlich wirksam zu harmonisieren. Ferner wird der Grundsatz betont, den Einsatz der Pflanzenschutzmittel auf das notwendige Maß zu beschränken, so wie dies im Integrierten Pflanzenschutz und im Nationalen Aktionsplan zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln vorgegeben ist.

 

Der DBV verweist in seiner Erklärung darauf, dass durch den gezielten und verantwortungs-bewussten Einsatz von Pflanzenschutzmitteln die Qualität von Lebensmitteln gesichert und Ernteverluste vermieden würden. Strenge gesetzliche Regelungen für die Zulassung und Anwendung von Pflanzenschutzmitteln stellten die Vermeidung von negativen Auswirkungen für die Umwelt sowie die Anwender- und Lebensmittelsicherheit sicher. Der DBV appelliert an die „große Verantwortung“ von Politik und Medien, „eine sachliche Diskussion über Zulassung und Einsatz von Pflanzenschutzmitteln sowie deren Nutzen und Alternativen zu führen und nicht zur Verunsicherung der Verbraucher beizutragen“. Die deutschen Bauern selbst würden strenge Maßstäbe für Zulassung und Anwendung von Pflanzenschutzmitteln unterstützen, erwarteten aber, dass diese Maßstäbe wissenschaftlich fundiert und nicht von Ängsten gesteuert festgelegt würden.