Pressemeldungen  | 31.03.2017

EU-Kommission: Ökologische Vorrangflächen leisten Beitrag zur Biodiversität

DBV mit positiver Bewertung der bisherigen Umsetzung des Greening

Positiv bewertet der Deutsche Bauernverband (DBV) die Schlussfolgerungen der EU-Kommission zur bisherigen Umsetzung der Ökologischen Vorrangflächen (ÖVF) im Rahmen des 2015 durch die Reform der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik (GAP) eingeführten Greening. Ausdrücklich unterstützt der DBV den Vorschlag der EU-Kommission, den 2013 beschlossenen Mindestanteil Ökologischer Vorrangflächen im Sinne der Stabilität und Verlässlichkeit der GAP bei fünf Prozent der betrieblichen Ackerfläche zu belassen und nicht auf 7 Prozent anzuheben.

 

Mit dem in dieser Woche in Brüssel veröffentlichten Evaluierungsbericht bescheinigt die EU-Kommission den europäischen und deutschen Landwirten, durch die im Umweltinteresse genutzten Ackerflächen einen spürbar positiven Beitrag zur biologischen Vielfalt zu leisten sowie Boden, Wasser und Klima zu schonen. Auch wenn die Beurteilung der Umweltauswirkungen der Ökologischen Vorrangflächen aus Sicht des DBV nach nur zwei Jahren noch nicht abschließend sein kann, werden die Potenziale der ÖVF durch die vorliegende Analyse deutlich aufgezeigt. So unterliegen rund 70 Prozent der EU-Ackerfläche der ÖVF-Verpflichtung; allein 2015 haben die europäischen Landwirte über 8 Millionen Hektar Ackerfläche im Umweltinteresse genutzt. Der flächenmäßig größte Anteil kommt dabei aus Spanien, gefolgt von Deutschland und Polen. Auf EU-Ebene sind die Größenordnungen im Jahr 2016 weitgehend stabil geblieben.

 

In der Umsetzung auf Betriebsebene entscheiden sich die Landwirte für die Nutzung einer breiten Palette von Möglichkeiten. Dennoch wählen die Betriebe laut Kommissionsbericht EU-weit überwiegend solche Maßnahmen wie stickstoffbindende Pflanzen, Zwischenfrüchte und Grasuntersaaten und brachliegende Flächen, die mit produktiven bzw. potenziell produktiven landwirtschaftlichen Nutzflächen verknüpft sind. Dies bestätigt den Deutschen Bauernverband in seiner Forderung, das Greening weiterhin möglichst produktionsorientiert umzusetzen, sodass die Betriebe die Maßnahmen passend zu ihren regionalen und betrieblichen Verhältnissen auswählen können. EU-weit nehmen jedoch Ökologische Vorrangflächen wie Landschaftselemente, Pufferstreifen an Gewässern sowie Randstreifen an Wegen und Waldrändern einen noch geringen Anteil an der gesamten ÖVF-Fläche ein. Dies ist aus Sicht des DBV die logische Konsequenz der bislang komplizierten, uneinheitlichen und überbürokratischen Vorgaben. In diesem Zusammenhang hebt der Deutsche Bauernverband hervor, dass die Fläche der streifenförmigen Ökologischen Vorrangflächen in Deutschland trotz aller Schwierigkeiten 2016 um rund 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahr angestiegen ist (Link zum Vergleich).