Pressemeldungen  | 24.03.2017

Europa: Garant für Frieden und Wohlstand - Stabilitätsfaktor für die Landwirtschaft

Bauernpräsident Rukwied zu 60 Jahre Europäische Union

„Europa ist mehr als Binnenmarkt und Euro. Es ist ein Garant für Frieden und Wohlstand. Für die Landwirtschaft und die ländlichen Räume ist Europa außerdem ein unverzichtbarer Stabilitätsfaktor.“ Daran erinnert der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, anlässlich des 60. Jahrestages der Unterzeichnung der Gründungsverträge der Europäischen Union. Die EU habe sich als Gemeinschaft freier Nationalstaaten auf der Grundlage gemeinsamer Werte in einem demokratischen Prozess entwickelt, wie Rukwied betont. Die Unterzeichnung der Römischen Verträge am 25. März 1957 sei daher eine Sternstunde europäischer Geschichte, die Wohlstand hervorgebracht und Frieden beständig gesichert habe. „Bei manchen Bürgern und Entscheidern scheint das jedoch in Vergessenheit geraten zu sein“, zeigt sich Rukwied besorgt. Dabei sei gerade ein starkes und geeintes Europa unabdingbar dafür, um die zahlreichen globalen Herausforderungen zu bewältigen. Die Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung, Klimawandel, Handelshemmnisse und vor allem die Flüchtlingskrise als Folge dieser Herausforderungen erfordern laut Rukwied EU-weite Solidarität und Verantwortung statt nationaler Alleingänge.

 

Der Trend einiger Mitgliedstaaten zur Abschottung und vor allem der Brexit seien indes herbe Rückschläge für die europäische Idee, mahnt der Bauernpräsident. Insbesondere die Folgen des Brexit für die Gemeinsame Agrarpolitik als unverzichtbarer Stabilitätsfaktor für die Landwirtschaft sind laut Rukwied derzeit nicht abschätzbar. Denn das Vereinigte Königreich zähle trotz des „Briten-Rabatts“ zu den Nettozahlern. Die Einzahlungen übertreffen die Rückzahlungen um 7 Milliarden Euro. Rukwied wörtlich: „Im Agrarhaushalt droht nach einem Brexit bei proportionalen Kürzungen in allen Haushalten eine Lücke von 3 Milliarden Euro.“ Zudem ist nach Aussage von Rukwied das Vereinigte Königreich für die deutsche Landwirtschaft ein wichtiger Exportmarkt. „2015 wurden aus Deutschland für 4,8 Milliarden Euro Agrargüter und Lebensmittel auf die britische Insel geliefert. Der Agrar-Exportüberschuss Deutschlands mit dem Vereinigten Königreich liegt mit 3,4 Milliarden Euro fast doppelt so hoch wie der Wert der Exporte in die USA“, so Rukwied wörtlich. Daher habe ein offener Markt mit dem Vereinigten Königreich bei den Brexit-Verhandlungen eine hohe Priorität, wie der DBV-Präsident klarstellt.