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Natur und Umwelt

Landwirtschaftliche Flächen erhalten

DBV fordert umfassende Gesetzesinitiative

Die Flächeninanspruchnahme für Siedlungs- und Verkehrszwecke zählt heute in Deutschland wie auch in anderen Industrienationen zu den drängendsten Umweltproblemen. Nach wie vor werden täglich rund 90 ha in Deutschland durch Siedlungs- und Verkehrsmaßnahmen neu in Anspruch genommen. Dies führt im Wesentlichen zu einem Verlust landwirtschaftlicher Flächen. Dabei werden nicht nur Flächen für Autobahnen und neue Baugebiete auf der „Grünen Wiese“ benötigt, sondern gleichzeitig noch durch den naturschutzrechtlichen Ausgleich oftmals die mehrfache Fläche den Landwirten entzogen. Das Ziel der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie, den Flächenverbrauch bis 2020 auf 30 ha pro Tag zu reduzieren, ist in weiter Ferne. Während der Schutz der freien bzw. unzerschnittenen Landschaft sowie der Lebensräume für Tiere und Pflanzen heute allgemein anerkanntes Ziel ist, wird dem Schutz des Bodens als Grundlage für die landwirtschaftliche Produktion von Lebens- und Futtermitteln sowie nachwachsenden Rohstoffen bisher nicht ausreichend Rechnung getragen. Seit 1992 sind der Landwirtschaft auf diese Weise rund 820.000 Hektar landwirtschaftliche Flächen verloren gegangen.
 
Die Landwirtschaft steht weltweit vor der Herausforderung, eine bis 2050 auf 9 Milliarden Menschen wachsende Weltbevölkerung zu ernähren und ferner einen spürbaren Beitrag zur Energieversorgung und bei nachwachsenden Rohstoffen zu leisten. Die unerlässliche Produktionsgrundlage dafür ist Boden, den es zu erhalten und zu schützen gilt. Während es gelungen ist, den Energieverbrauch vom Wirtschaftswachstum zu entkoppeln, ist beim Flächenverbrauch das Gegenteil der Fall: Selbst in Regionen mit Bevölkerungsrückgang werden viele Flächen neu versiegelt.
 
Der Erhalt landwirtschaftlicher Flächen muss in Deutschland und weltweit oberste Priorität erlangen. Böden müssen für die landwirtschaftliche Produktion geschützt, effizient zur Erfüllung der vielfältigen Aufgaben genutzt und Nutzungskonkurrenzen vermieden werden. Der Verbrauch für außerlandwirtschaftliche Zwecke muss eingedämmt und Entsiegelung gefördert werden! Der Verlust landwirtschaftlicher Nutzflächen gefährdet die Versorgungssicherheit bei Nahrungs- und Futtermitteln sowie Energie und steigert die Abhängigkeit von Importen aus Drittländern. Der Deutsche Bauernverband fordert ein Umdenken in Politik und Gesellschaft. Mit einer Initiative für ein Gesetz zum Schutz landwirtschaftlicher Flächen hat der Deutsche Bauernverband Vorschläge zur Reduzierung des Flächenverbrauchs durch Siedlungs- und Verkehrsmaßnahmen sowie für einen flächenschonenderen und intelligenteren Naturschutzausgleich unterbreitet. Ferner stellt eine Petition des Deutschen Bauernverbandes an den Deutschen Bundestag zum Flächenschutz mit über 212.000 Unterstützern ein starkes Votum für den Flächenschutz dar, jetzt gesetzliche Maßnahmen zur Senkung des Flächenverbrauchs und den Schutz landwirtschaftlicher Flächen einzuleiten.