Pressemeldungen  | 30.03.2017

„Freien Zugang zum britischen Markt erhalten“

Bauernpräsident Rukwied zum Brexit

„Der britische Austrittsantrag sorgt für Verunsicherung in der Wirtschaft. Auch für die deutsche Landwirtschaft hat der Brexit größere Auswirkungen. Die EU und das Vereinigte Königreich bleiben aber auch nach dem Brexit auf einen möglichst barrierefreien Agrarhandel angewiesen“, erklärte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied. „Großbritannien wird auch in Zukunft in großem Umfang auf Nahrungsmittelimporte angewiesen bleiben. Diese Chance will die deutsche Land- und Ernährungswirtschaft weiter nutzen. Aktuell stammen etwa 10 Prozent der britischen Agrar- und Lebensmittelimporte von etwa 50 Milliarden Euro jährlich aus Deutschland. Damit exportiert die deutsche Land- und Agrarwirtschaft jährlich 3,4 Milliarden Euro mehr auf die britische Insel als sie von dort importiert. Deshalb muss die EU den Marktzugang zum Vereinigten Königreich so offen wie möglich halten“, hob Rukwied hervor.

 

„Zudem ist es notwendig, den EU-Agrarhaushalt im Zuge des Brexit stabil zu halten. Durch den Brexit entstehende Lasten müssen bei allen Ausgaben gleich verteilt werden. Die Agrarpolitik darf dabei nicht zum Steinbruch im Zuge des Brexit werden“, betonte der Bauernpräsident. Nach Einschätzung von EU-Haushaltskommissar Oettinger fehlen nach dem Brexit etwa 9 Milliarden Euro netto jährlich im EU-Haushalt. Nach seinen Überlegungen soll dies sowohl durch erhöhte Beiträge der EU-Mitgliedstaaten als auch durch gewisse Einsparungen bei den Ausgaben aufgefangen werden.