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Glyphosat im Ackerbau
Behauptet wird, Getreide werde kurz vor der Ernte großflächig mit Glyphosat behandelt.

Tatsache ist, der Einsatz von Glyphosat erfolgt in erster Linie im Zuge der konservierenden Bodenbearbeitung.

Fakten: 
Glyphosat wird auf 30 Prozent bis 35 Prozent der Wintergetreidefläche und auf 50 Prozent der Winterrapsfläche eingesetzt. Bei den Applikationszeitpunkten gibt es deutliche Unterschiede:
  • Eine Stoppelapplikation von Glyphosat nach dem Anbau von Wintergetreide erfolgt auf 27 Prozent der Fläche.
  • Eine Bekämpfung von Ausfallraps mithilfe von Glyphosat wird auf 52 Prozent der Anbaufläche durchgeführt.
  • Zur Vorauflauf- bzw. Vorsaatbehandlung wird Glyphosat auf etwa 6 Prozent der Weizenanbaufläche, auf 5 Prozent der Wintergerstenanbaufläche und auf gut 18 Prozent der Winterrapsanbaufläche eingesetzt.
  • Die Vorerntebehandlung spielt für Gesamtdeutschland eine untergeordnete Rolle. Der Anteil der mit Glyphosat zum Zwecke der Sikkation behandelten Bestände liegt selbst in Jahren mit ungünstigen Witterungsverläufen weitgehend bei weniger als 5 Prozent der Ackerflächen.
   
Behauptet wird, Glyphosat hemme das Wachstum von Bakterien und habe daher schädliche Auswirkungen auf die Darmflora von Mensch und Tier.
 
Tatsache ist, Glyphosat hat keine spezifische antibakterielle Wirkung.  
 
Fakten:
  • Glyphosat ist kein Antibiotikum.
  • In tierexperimentellen Studien sind keine Effekte aufgetreten, die auf eine Störung der Darmflora zurückgeführt werden könnten.
  • Glyphosat ist hat keine mutagene Wirkung auf Bakterien.
  • Darüber hinaus gibt es keine fachlich fundierten Hinweise auf krebserzeugende, reproduktionsschädigende oder fruchtschädigende Eigenschaft von Glyphosat und keine Hinweise auf endokrinschädliche, d.h. in das Hormonsystem eingreifende Eigenschaften.

Behauptet wird, die Bevölkerung sei einer zunehmenden Belastung durch Glyphosat ausgesetzt. 

Tatsache ist, die in menschlichem Urin nachgewiesenen Konzentrationen von Glyphosat liegen weit unterhalb eines gesundheitlich bedenklichen Bereichs.  
 
Fakten:
  • Glyphosat reichert sich nicht im Körper an.
  • Werden Glyphosat-Rückstände über Lebensmittel aufgenommen, gelangen diese zu etwa 30 Prozent über den Darm in die Blutbahn. Glyphosat wird jedoch vorwiegend über den Urin wieder ausgeschieden. Daher sind die in einer Studie vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) gefundenen Nachweise von Glyphosat in menschlichem Urin zu erwarten.
  • Die Studie des BUND stellt aufgrund der geringen Probandenzahl (182 Urinproben von Personen aus 18 europäischen Ländern) keine repräsentative Untersuchung zur Glyphosatbelastung der europäischen Bürger dar.
  • Selbst wenn unterstellt wird, dass die gemessenen Konzentrationen auf den Verzehr belasteter Lebensmittel zurückgehen, lag die Glyphosat-Aufnahme über diese Lebensmittel um mehr als den Faktor 1.000 unter gesundheitlich bedenklichen Konzentrationen.