Obst und Gemüse

Vermarktungsnormen für Obst und Gemüse

Nützliche Informationen für Verbraucher und Handel

In der Europäischen Union gelten für frisches Obst und Gemüse einheitliche Vermarktungsnormen. Diese Vermarktungsnormen gelten auf allen Stufen des Verkaufs und dienen dem Erzeuger, dem Handel und dem Verbraucher. Die Vermarktungsnormen setzen objektive Maßstäbe hinsichtlich der Beschaffenheit der Erzeugnisse, dass diese ganz, unbeschädigt und genießbar dem Verbraucher angeboten werden und in unterschiedlichen Klassen von Klasse Extra bis Klasse II dem Verbraucher ein abgestuftes Angebot ermöglicht wird. Aufbe-reitung und Verpackung sowie die Kennzeichnung der Herkunft der Erzeugnisse sind weitere wichtige Bestandteile bei der Vermarktung von Obst und Gemüse.
 
Heute gilt in der Europäischen Union eine allgemeine Vermarktungsnorm für alle Obst- und Gemüseerzeugnisse und darüber hinaus für die zehn wichtigsten Obst- und Gemüseerzeugnisse eine spezifische Vermarktungsnorm für Äpfel, Birnen, Erdbeeren, Paprika, Kiwis, Pfirsiche und Nektarinen, Salate einschließlich krause Endivie und Eskariol, Tafeltrauben, To-maten und Citrusfrüchte. Diese zehn genannten Erzeugnisse machen rund 75 Prozent des Europäischen Handelsvolumens bei Obst und Gemüse aus. Daneben gibt es rund für viele Erzeugnisse spezifische UNECE-Normen, die von den Vereinten Nationen in Zusammenarbeit mit der Europäischen Union festgelegt wurden und ersatzweise für die allgemeine Vermarktungsnorm der EU herangezogen werden können.

Für alle Beteiligten, vom Erzeuger über den Handel bis zum Verbraucher bieten die Vermarktungsnormen eine Schutzfunktion für die Beteiligten beim Handel und beim Einkauf sowie für den Verbraucher darüber hinaus eine einwandfreie und makellose Ware, die darüber hinaus die Verluste durch Schwund, Abfall und Verderb beim Verbraucher vermindert. Auch sind die Vermarktungsnormen Richtschnur für Reklamationen, wenn mal etwas nicht in Ordnung sein sollte. Für den Handel sind die Vermarktungsnormen darüber hinaus noch wichtig, weil oftmals Obst und Gemüse ohne vorherige Besichtigung national und international gehandelt wird.
 
Die Verpflichtung zur Einhaltung der Vermarktungsnormen erhöht damit die Rechtssicherheit im Handel mit Obst und Gemüse. Die obligatorische Angabe der Herkunft ist für viele Verbraucher heute der einzige Hinweis darauf, von wo denn die Erzeugnisse zu allen Zeiten des Jahres auf den deutschen Markt gelangen. Mit der verpflichtenden Angabe der Herkunft ist es dem Verbraucher möglich, nachzuvollziehen, wo die Ware herkommt und er kann entscheiden, ob er z.B. die Kiwis aus Italien oder Neuseeland kaufen möchte, ob er Pittahaya aus Thailand in den Einkaufskorb legen möchte oder doch lieber Äpfel aus Deutschland. Darüber hinaus wurde dem Verbraucher erstmals mit der Angabe der Herkunft auf bei gerade exotischen Früchten deutlich, woher diese Erzeugnisse überhaupt kommen und zu welchen Jahreszeiten sie aus welchen Ländern unseren Tisch bereichern.