Pressemeldungen  | 12.12.2014

Höhere varroabedingte Winterverluste bei Bienenvölkern prognostiziert

12. Runder Tisch „Imker-Landwirtschaft-Industrie“ in Berlin

Die Bienen stehen vor einem schwierigen Winter. Die Varroamilbe hat sich witterungsbedingt gut vermehrt und sorgt so für einen außerordentlich hohen Krankheitsdruck. Das gesamte Jahr 2014 waren die Lebensbedingungen für die Varroamilbe günstig. Zudem gestaltete sich eine Bekämpfung aufgrund der Witterung äußerst schwierig. Zu diesem Ergebnis kommen die Experten des Runden Tisches „Imker-Landwirtschaft-Industrie“, der auf Einladung des Deutschen Bauernverbandes (DBV) am 11. Dezember 2014 in Berlin stattfand. Beteiligt sind Vertreter der Imkerverbände, der Industrie, vom Bundesinstitut für Risikobewertung und vom Bundeslandwirtschaftsministerium sowie der Bieneninstitute und des DBV. Das Expertengremium analysiert seit 12 Jahren die Entwicklung der Bienenbestände in Deutschland und befürchtet in 2014/15 im Bundesdurchschnitt einen Winterverlust von bis zu 23 Prozent der Bienenvölker. In den vergangenen Jahren hatte die Milbe rund 10 bis 15 Prozent der Bienenvölker dahingerafft. Damit wären die Winterverluste durch die Varroamilbe in 2014/15 wieder auf dem hohen Niveau der Jahre 2011/2012 und 2005/2006. Im Zeitraum 2003/2004 hatte die Milbe mit 28 Prozent noch mehr Bienenvölker vernichtet.  
 
Die Bienenexperten fordern angesichts der aktuellen Prognose, der Bekämpfung der Varroamilbe eine stärkere Bedeutung zu schenken. Mit den vorhandenen Bekämpfungsmitteln und bei ungünstigen Witterungsbedingungen können die Bienen nur unzureichend geschützt werden, wie das Jahr 2014 wieder zeigte. Es besteht weiterhin großer Forschungsbedarf, angefangen bei wirksamen Varroaziden bis hin zu neuen Bekämpfungsstrategien.  
 
Das mit der aktuellen EU-Agrarreform eingeführte Greening mit Puffer-, Feldrand- und Waldstreifen wertet das Gremium als wichtige Verbesserung des Lebens- und Futterraums der Bienen. Die Analysen des durchgeführten Deutschen Bienenmonitorings ergaben auch in 2013/2014 keine wesentlichen Zusammenhänge zwischen dem Bienensterben und der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln. Signifikant höhere Belastungen des Bienenbrotes, also der Futtergrundlage im Bienenstock, konnten nicht ermittelt werden.