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10.03.2008
Deutsche Bauern bangen um ihre Tiere
Die Schäfer-, Rinder- und Ziegenhalter in Deutschland sind sehr besorgt, dass sich in diesem Sommer die Blauzungenkrankheit schnell weiterverbreitet und befürchten erneut immense Tierleiden und Schäden. Denn unter sommerlichen Wetterbedingungen haben die Überträger des BTV8-Virus, die sogenannten Gnitzen, Hochsaison. Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, appellierte deshalb erneut an Bund und Länder, sich zukünftig besser für die Impfstoffbestellung abzustimmen. „Es kann nicht sein, dass Deutschland bei der Impfstoffbestellung mit zu den letzten gehört, obwohl wir die meisten Fälle von Blauzungenkrankheit in der EU haben“, betonte er. Es sei aber nun davon auszugehen, dass die ersten Tiere im Mai in Deutschland geimpft werden können. Das angestrebte Ziel, dass alle empfänglichen Tiere in Deutschland noch rechtzeitig vor dem Sommer einen Impfschutz erhalten, werde jedoch nicht zu erreichen sein.
Die Tierverluste im vergangenen Jahr waren hoch und führen zu Resignation bei betroffenen Tierhaltern. Schafe, die die Seuche im letzten Jahr überstanden haben, bringen nun überwiegend tote Lämmer zur Welt. Auch die Fruchtbarkeit der Rinder ist stark beeinträchtigt durch das Virus der Blauzungenkrankheit. Der DBV empfiehlt deshalb den Landwirten, jetzt im bereits bestehenden Gefährdungsgebiet zu überprüfen, welche ihrer Tiere bereits Antikörper haben. Der knappe Impfstoff sollte gezielt den Tieren verabreicht werden, die ihn am dringendsten brauchen: Hierzu gehören vorrangig die Schafe, die durch die Krankheit häufig verenden, aber auch die Nachzucht von Rindern, die in Gebieten gehalten werden, in denen das Virus besonders präsent ist. Bereits infizierte Tiere brauchen nicht mehr geimpft zu werden, sie haben einen natürlichen Schutz gegen das Virus aufgebaut. In diesem Jahr geimpfte Tiere benötigen noch einige Jahre lang eine Auffrischungsimpfung, die dann allerdings nicht mehr durch eine Ko-Finanzierung der EU unterstützt wird.
Nach Aussage des Friedrich-Loeffler-Instituts kommt es durch eine natürliche Infektion zu einer belastbaren und lang andauernden Immunität der Tiere. Gerüchte, dass einzelne Tiere bereits zweimal erkrankt sind, konnten durch das Friedrich-Loeffler-Institut bisher nicht bestätigt werden. Während die Blauzungenkrankheit für den Menschen nicht gefährlich ist, hat das Virus in weiten Teilen Europas bei Schaf-, Ziegen und Rinderhaltern schon zu hohen Tierverlusten geführt. Neben Totalverlusten schlagen besonders Einbußen bei der Milchleistung sowie Fruchtbarkeitsstörungen in den Betrieben zu Buche.
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