Ernte 2010
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19.03.2008

 

Lammfleisch ist nicht nur zu Ostern eine Delikatesse  

Schafherden in Deutschland und Europa schrumpfen
Osterzeit ist Lämmerzeit. Auch kulinarisch steht der Lammbraten traditionell weit oben beim Festmenü. Ob mariniert, in Kräuterkruste gebacken oder geschmort, der schmackhafte Lammbraten ist Höhepunkt der Ostertage in vielen Haushalten. Lamm­fleisch ist saftig und zart, zudem relativ fettarm. Darauf weisen der Deutsche Bauern­verband (DBV) und die Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände (VDL) hin. Heimisches Lammfleisch genießen sollte man nicht nur zur Osterzeit, sondern auch bei anderen Gelegenheiten das ganze Jahr. Die Preise für frisches Lammfleisch liegen zwischen 8,80 und 9.60 Euro je Kilo­gramm und damit etwas höher als im Vorjahr. In 2007 gab es in Deutschland rund 28.000 Schafherden mit 2,44 Millionen Schafen. Kenn­zeichnend für den deutschen Lamm­fleisch­markt ist die geringe Eigenversorgung im Vergleich zu anderen Fleischarten. Nur 38 Prozent des verzehrten Lammfleisches stammen derzeit aus Deutschland. Die Landes­schafzucht­verbände und der DBV werben deshalb bei den Verbrauchern, deutsches Schaffleisch zu kaufen, um auch die in einer sehr schwierigen Situation geratene Schafhaltung in Deutsch­land zu unterstützen. Denn Schafe werden nicht nur wegen ihres wohlschmeckenden Fleisches und der Naturwolle sehr geschätzt, sondern auch wegen ihrer landschafts­pflege­rischen Leistungen.
 
Doch das Osterfest 2008 erleben die deutschen Schäfer in größter Sorge. Die Blau­zungen­krankheit, eine von einer Stechmücke übertragene Infektionskrankheit, an der vor allem Wiederkäuer erkranken, wirkt sich bei Schafen in vielen Fällen tödlich aus. Diese Krankheit, für Menschen ungefährlich, kam bisher vor allem in wärmeren Ländern im
südlichen Europa vor und hat sich mit Klimaveränderungen seit vergangenem Jahr in Deutschland weitläufig ausgebreitet. In einigen Bundesländern sind die Schafbestände deshalb deutlich zurück­gegangen. Die Schafherden schrumpfen nicht nur in Europa
(minus 8 Prozent in den ver­gangenen drei Jahren), sondern auch bundesweit ging der Schafbestand gegenüber dem Vorjahr um 5 Prozent zurück. Der Mutterschafbestand ist sogar um 15 Prozent gesunken. Daher erhoffen sich die Schäfer von den Verbrauchern ein Signal der Ermutigung, indem gezielt deutsches Schaffleisch an der Ladentheke nachgefragt wird.
  
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