Nachrichten vom DBV

Aktuelle Interviews mit DBV-Präsident Rukwied

„Läuft etwas gewaltig falsch in Deutschland": Bauernverband gegen Fleisch-Steuer

Von Olaf Opitz

 

In wenigen Tagen öffnet die Internationale Grüne Woche in Berlin ihre Pforten. Bauernpräsident Joachim Rukwied lehnt Steuern auf Lebensmittel ab, fordert drastische Maßnahmen im Wolfsmanagement und hat einen radikalen Vorschlag zur Bekämpfung der afrikanischen Schweinepest.

 

FOCUS: Herr Rukwied, die öffentliche Kritik an der Tierhaltung in großen Ställen hält an. Eine Große Koalition will beim Tierwohl voran gehen. Wozu sind Ihre Bauern bereit?

 

Joachim Rukwied: Unsere Bauern sind bereit zum Wandel. Wir gehen den Weg mit. Das haben die Landwirte mit ihrem Engagement in der Initiative Tierwohl gemeinsam mit dem Lebensmitteleinzelhandel bewiesen. Wir starten jetzt die zweite Stufe von 2018 bis 2020 mit der Teilnahme von noch mehr Schweinebetrieben: 4.157 Betriebe mit über 26 Millionen Schweinen. Somit gibt es für 23 Prozent der in Deutschland lebenden Schweine höhere Tierwohlstandards mit mindestens zehn Prozent mehr Platz in den Ställen. Auch rund tausend Geflügelbetriebe sind dabei. Der Lebensmitteleinzelhandel hat seinen Beitrag von 85 auf 135 Millionen Euro pro Jahr erhöht.

 

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Bauernpräsident: Kinder von Landwirten werden gemobbt

Von Dirk Fisser 

 

Osnabrück. Kinder von Landwirten werden in der Schule zunehmend gemobbt, beklagt Bauernpräsident Joachim Rukwied im Interview. Darüber hinaus äußert er sich zur Afrikanischen Schweinepest und Fleisch aus der Petrischale.

 

Herr Rukwied, die Afrikanische Schweinepest steht quasi vor der Tür. Wie gefährlich ist die Krankheit?

 

Für den Menschen ist sie nicht gefährlich, da sie nicht auf ihn übertragen werden kann. Das ist aber auch schon das einzig Positive. Unsere größte Sorge ist: Es reicht schon, wenn in Deutschland ein infiziertes Wildschwein gefunden wird. Dann greifen sofort Exportsperren für deutsches Schweinefleisch, auch wenn kein einziger landwirtschaftlicher Betrieb betroffen ist. In so einem Fall befürchten wir einen Marktzusammenbruch – desaströs und existenzgefährdend für die Schweinehalter in Deutschland.

 

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