Pressemeldungen  | 21.07.2017

Kinder und Jugendliche wollen Natur und Landwirtschaft erkunden

Studie „Fokus Naturbildung“ zeigt Bildungsauftrag und Angebotsentwicklungen auf

„Kinder und Jugendliche fühlen sich wohl in der Natur und finden es spannend, diese auf eigene Faust zu entdecken. Sie interessieren sich für die Arbeit der Landwirte, Förster und Jäger, kennen allerdings deren Aufgaben kaum, ebenso wenig wie die eigenen Möglichkeiten, Naturschutz zu betreiben. Außerschulische Lernangebote stellen eine große Chance dar, dies zu ändern.“ Dies sind zentrale Ergebnisse der Studie „Fokus Naturbildung“, die der Deutsche Jagdverband, der Verein i.m.a. – information.medien.agrar und die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald beim ECOLOG Institut für sozial-ökologische Forschung und Bildung in Auftrag gegeben hatten.

 

In der deutschlandweiten Meinungsumfrage haben 82 Prozent der mehr als tausend befragten Jungen und Mädchen ihr Interesse an einem Bauernhof-Besuch bekundet. Sie wollen sich erklären und zeigen lassen, wie die Menschen in der Landwirtschaft arbeiten und dort auch mitarbeiten. Diesem Interesse kommt die Landwirtschaft offenbar bei Kindern in der Grundschule schon gut entgegen, denn bis zur vierten Klasse haben bereits 54 Prozent der Befragten einen Bauernhof besucht. Ab der fünften Klasse sind es jedoch nur noch 21 Prozent der Schulkinder, die mit ihrer Klasse auf einem Bauernhof zu Gast waren.

 

Der Präsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes, Bernhard Conzen, zeigte sich bei der Vorstellung der Studie auf einer Pressekonferenz in Düsseldorf erfreut über die Ergebnisse. „Die Jugend will praktisch erfahren, was Landwirtschaft bedeutet; zum Beispiel einen Stall ausmisten, Tiere füttern oder bei der Ernte helfen. Gute Ansätze wie das sogenannte „Stationen lernen“ im Rahmen des „Lernortes Bauernhof“ sollten also weiter ausgebaut werden.“ „Uns zeigt die Umfrage, dass wir die Angebote vom außerschulischen „Lernort Bauernhof“ noch mehr auf ältere Jahrgänge ausrichten müssen“, kommentierte Patrik Simon von der i.m.a. die Ergebnisse.

 

Vor allem Freiheit (74 %) und Abenteuer (71 %), aber auch Stille (53 %) und Gesundheit (42 %) verbinden junge Menschen mit Natur. Dort suchen sie Spaß und Action sowie einen Ausgleich zum Schulalltag (je 74 %). Die Jugendlichen wollen mehrheitlich eine schonende Nutzung der Natur. Allerdings glauben mehr als die Hälfte (59 %) der Befragten, dass die Natur in Deutschland von Zerstörung bedroht ist. Als Konsequenz wollen sich fast drei Viertel (72 %) der Befragten persönlich für den Naturschutz engagieren, mehr als die Hälfte (56 %) gibt an, bereits etwas dafür zu tun. Bei konkreter Nachfrage beschränkt sich das Engagement allerdings hauptsächlich auf Mülltrennung und -vermeidung. Fast einem Viertel der Kinder und Jugendlichen ist überhaupt nicht klar, was sie zum Naturschutz beitragen können.

 

Das ECOLOG Institut für sozial-ökologische Forschung und Bildung hat für die Studie „Fokus Naturbildung“ Antworten von mehr als 1.000 Jungen und Mädchen im Alter zwischen 12 und 15 Jahren ausgewertet. Die Befragung war in zwei qualitative und eine quantitative Teilstudie gegliedert, deren Daten von Frühjahr bis Winter 2016 erhoben wurden. Der qualitative Teil wurde vom IfA Marktforschung Bremer + Partner durchgeführt. Gefördert wurde die Studie von der Landwirtschaftlichen Rentenbank. Die komplette Studie im Internet unter www.ima-agrar.de.