Ernährung und Lebensmittel

Wahrheit und Klarheit

DBV für klare Kennzeichnung

Der DBV tritt nicht erst seit der Diskussion um die Kennzeichnung von Lebensmittelimitaten bei Käse und Schinken für eine klare und wahre Lebensmittelkennzeichnung ein. Bereits vor Jahren sprach sich der DBV gegen ein „Ohne Gentechnik“-Label aus, das anders als der Name vermuten lässt, den Einsatz von etwas Gentechnik bei der Herstellung durchaus zulässt. Der DBV setzt sich nach wie vor für eine Prozesskennzeichnung ein, die jeglichen Einsatz bei der Lebensmittelherstellung vom Acker/Stall bis zum Teller der Verbraucher erkennbar machen würde. 
 
Gleiches gilt für die Herkunftsangabe. Wird sie gemacht, so hat sie unmissverständlich zu stimmen. In Deutschland gibt es mittlerweile vielfältige Regionalangaben auf Lebensmitteln: Ca. 12 Länderzeichen, 14 regionale Handelsmarken, 6 Regionalauslobungen des Handels und 185 Regionalinitiativen. Diese sind ziemlich heterogen. So muss zum Beispiel die Rohware bei manchen Zeichen zu 100 Prozent aus der Region stammen, während bei anderen ein Rohwarenanteil von 50 Prozent genügt. Auch der Begriff „Region“ wird sehr unterschiedlich definiert. Die Spanne reicht hier zwischen kleiner als das Bundesgebiet und größer als die Kommunalebene. Zudem gibt es Produkte, bei denen sich die Angabe der Region alleine auf eine bestimmte Rezeptur bezieht, deren Rohware oder Herstellung aber keinen Bezug zur Region haben müssen.
 
Schließlich ist es über den europäischen „Geoschutz“ möglich, dass sich die Regionangabe nur auf die Rohstoffverarbeitung in einer bestimmten Region bezieht (z.B. die geschützte geografische Angabe „Nürnberger Rostbratwurst“). Das Fleisch hierfür muss indessen noch nicht einmal aus Deutschland stammen. Es ist nicht nur im Sinne der Verbraucher, wenn ihnen auf dem Produkt erläutert wird, für was die Angabe einer bestimmten Region steht: Rezept, Rohware und/oder Verarbeitung. Auch die Landwirte als Produzenten hochwertiger Lebensmittel können von einer derartigen Verbraucheraufklärung profitieren. Verbraucher finden unmissverständlich Lebensmittel aus der Heimat, denen sie vertrauen. Umfragen zufolge reagierten zum Beispiel in der EHEC-Krise Verbraucher, die wussten, woher ihre Lebensmittel stammten, weniger mit Kaufzurückhaltung als andere.