Pressemeldungen  | 23.05.2017

„Klimawandel erfordert mehr Risikoabsicherung“

DBV-Präsident Rukwied beim Deutschen Weinbauverband

„Die extreme Witterung in diesem Frühjahr mit erheblichen Frostschäden bei den Sonderkulturen hat erneut gezeigt, dass der Klimawandel und die Zunahme von Extremwetterereignissen ein wirksameres und besseres Risikomanagement erfordern. Um das Risiko für die Betriebe zu reduzieren, sind Instrumente wie steuerliche Risikorückstellungen, Versicherungslösungen als auch Investitionsförderung für Frostberegnung zu implementieren. Darüber hinaus sind für stark betroffene Betriebe Entschädigungszahlungen erforderlich.“ Dies forderte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, angesichts der extremen Witterungssituationen auf der Mitgliederversammlung des Deutschen Weinbauverbandes in Karlsruhe. Er unterstrich erneut seinen Vorschlag, auch Investitionen für Anlagen zur Frostschutzberegnung im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe zu fördern. „Nach den Erfahrungen dieses Jahres ist die Frostschutzberegnung die wirksamste der ergreifbaren Schutzmaßnahmen.“

 

Die Frostnächte im April hatten im Wein- und Obstbau in einigen Regionen zu Schäden mit existenzgefährdenden Auswirkungen geführt. Alle Weinanbaugebiete seien davon betroffen, besonders stark Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. In Baden-Württemberg wurde die Situation als „Naturkatastrophe“ eingestuft.

 

Rukwied würdigte auf der Mitgliederversammlung die Verdienste des seit 1997 amtierenden Präsidenten des Deutschen Weinbauverbandes, Norbert Weber, der altersbedingt nicht erneut für das Amt kandidierte. „Seit 1971 hat sich Norbert Weber ehrenamtlich stark engagiert. Er hat nicht nur seinen Obst- und Weinbaubetrieb am Fuße des Kaiserstuhls erfolgreich entwickelt, sondern vor allem mit seiner ehrenamtlichen Arbeit klare Zeichen für eine leistungsfähige und zukunftsorientierte Landwirtschaft gesetzt, angefangen in der Landjugend, über seinen Kreisvorsitz im Bauernverband und als Präsident des Badischen und Deutschen Weinbauverbandes. Norbert Weber hat die deutsche Weinwirtschaft erfolgreich vertreten und hat deren Erfolg maßgeblich mitgestaltet. Er ist zudem der Jugendarbeit verbunden geblieben und hat sich seit den 1980er-Jahren, als er bildungspolitischer Sprecher des Deutschen Bauernverbandes war, stets für die Attraktivität der grünen Berufe und die Qualifizierung des Berufsnachwuchses eingesetzt“, hob Rukwied in seiner Laudatio zur Verabschiedung Webers als Weinbaupräsident hervor.

Zum neuen Präsidenten des Deutschen Weinbauverbandes wählte die Mitgliederversammlung Klaus Schneider, der mit seiner Frau das Weingut Jesuitenhof mit rund 25 Hektar Rebfläche in Dirmstein/Pfalz bewirtschaftet.Als Vizepräsidenten wurden gewählt: Heinz-Uwe Fetz (Mittelrhein), Hermann Hohl (Württemberg), Kilian Schneider (Baden), Ingo Steitz (Rheinhessen) und Dieter Weidmann (Deutscher Raiffeisenverband).