Pressemeldungen  | 07.06.2016

Kooperativer Naturschutz schafft biologische Vielfalt in Agrarlandschaften

Verbundprojekt präsentiert sich auf der Woche der Umwelt des Bundespräsidenten

Das Verbundprojekt „Lebendige Agrarlandschaften – Landwirte gestalten Vielfalt!“ setzt sich für den Erhalt und die Förderung der Vielfalt heimischer Tier- und Pflanzenarten in Agrarlandschaften ein. Im Sinne des kooperativen Naturschutzes werden praxistaugliche Lösungen zur Sicherung von Ökosystemleistungen und zur Förderung der Biodiversität entwickelt und auf landwirtschaftlichen Betrieben umgesetzt. Dabei wird darauf geachtet, dass die Maßnahmen in der produktiven Landwirtschaft gut umsetzbar und für die Betriebe ökonomisch tragfähig sind.

 

Das vom Deutschen Bauernverband (DBV) koordinierte und vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) evaluierte Verbundprojekt mit seinen drei Umsetzungsprojekten präsentiert sich im Rahmen der vom Bundespräsidenten und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) organisierten „Woche der Umwelt“ einem breiten Publikum aus Politik und Natur- und Umweltschutz.

 

DBV-Umweltbeauftragter Eberhard Hartelt ist überzeugt: „Die erfolgreich in den drei Modellregionen getesteten Maßnahmen sollen deutschlandweit übertragen werden und können die Palette an produktionsintegrierten Naturschutzmaßnahmen deutlich erweitern. Vielversprechend ist auch der Aufbau eines vom Berufsstand getragenen Netzwerks zur Naturschutzinformation und -beratung. Wir freuen uns sehr, dass die Kreisgeschäftsführer unseren Stand im Rahmen ihrer Berlintagung besucht haben.“

 

Inzwischen wurden in allen drei Modellregionen biodiversitätsfördernde Maßnahmen durchgeführt. So beweist eine frühblühende Zwischenfruchtmischung, die im Projekt „Summendes Rheinland“ entwickelt wurde, ihre Praxistauglichkeit. Sie dient im Spätsommer sowie Herbst als Nahrungsquelle für viele Insekten und stellt über den gesamten Winter hinweg einen wertvollen Rückzugsraum für Feldvögel und Niederwild dar.

 

Das „Moselprojekt“ fördert die Artenvielfalt in einer einzigartigen Kulturlandschaft, die durch Weinanbau in Steil- und Steilstlagen geprägt ist. Durch Bewirtschaftungsanpassungen im Steillagenweinbau und die Entbuschung von Weinbergsbrachen entstehen zusätzliche Lebensräume für heimische Pflanzen und Tiere, wovon auch der sanfte Tourismus profitiert. Im Münsterland bietet das Projekt „Energiepflanzenanbau und Biodiversität“ eine Vielzahl von interessanten Alternativen zu den klassischen Energiepflanzen. Dazu gehören blühende Kultur- oder Wildpflanzen entlang und innerhalb von Maisfeldern, die auch in Biogasanlagen verwertet werden können, aber auch Gemenge mit Leguminosen. Nicht nur Tiere der offenen Agrarlandschaften profitieren vom zusätzlichen Pflanzen- und Blütenreichtum, auch das Landschaftsbild wird aufgewertet.

 

Das Verbundprojekt wird im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt durchgeführt. Es wird durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert. Weitere Fördergelder stellt die Landwirtschaftliche Rentenbank bereit. Für weitere Informationen besuchen Sie die Internetseite www.lebendige-agrarlandschaften.de.