Pressemeldungen  | 26.01.2016

Ländliche Räume 4.0: Beitrag einer erweiterten GAK für Wertschöpfung und Innovation

Diskussionsveranstaltung auf dem BMEL-Zukunftsforum Ländliche Entwicklung

„Unabhängig von der GAK-Erweiterung und ihrer Finanzierung können nur starke wirt­schaftliche Räume mit starken Unternehmen und Unternehmungen die Vitalität und Zukunfts­fähigkeit ländlicher Räume sicherstellen“, betonte Klaus Fontaine, Vorsitzender des Fachaus­schusses Agrarstruktur des Deutschen Bauernverbandes (DBV) und Präsident des Bauernverbandes Saar, in seinem Schlusswort auf einer Veranstaltung im Rahmen des BMEL-Zukunftsforums Ländlicher Raum. Fontaine hob hervor, wie wichtig es sei, dass die Akteure vor Ort in ihren unternehmerischen Entwicklungen und Freiheiten gestärkt und nicht durch zu viel Bürokratie gebremst werden.

 

Die Erweiterung der Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK) ist das Ziel der Politik auf Bundes- und Landesebene. Mit einem erweiterten Förderspektrum soll die Entwicklung ländlicher Räume stärker unterstützt werden. Was die Anforderungen an neue Maßnahmen sind, wenn sie der Förderung regionaler Wertschöpfung und Innovation sowie der Sicherung der Daseinsvorsorge Rechnung tragen sollen, darüber diskutierten Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Praxis auf einer Veranstaltung des DBV zusammen mit anderen Verbänden und Organisationen des ländlichen Raums am Rande der Grünen Woche auf dem BMEL-Zukunftsforum Ländlicher Raum.

 

Die vorgestellten Praxisbeispiele lieferten viele Denkanstöße für mehr Wertschöpfung und Innovation in ländlichen Räumen. Auf die Stärken setzen und nicht die Schwächen bejammern, ist dabei eine wichtige Erfolgsdevise. Dabei spielen Beratung und Weiterbildung bis hin zum Coaching eine wichtige Rolle. In vielen peripheren und vom demografischen Wandel bedrohten Gebieten bedarf es jedoch der Unterstützung von Wirtschaft und Infrastruktur durch Maßnahmen, die über das Förderspektrum der bisherigen GAK hinausgehen. Weil die bestehenden Maßnahmen der GAK unstreitig sind, können zusätzliche GAK-Maßnahmen nur mit zusätzlichen Mitteln gefördert werden. Einigkeit bestand im Zukunftsforum aber auch darin, dass in der zunehmenden Digitalisierung von Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft in angepasster Form große Chancen für die ländlichen Räume liegen.

 

Bei den diskutierten neuen GAK-Maßnahmen geht es um die Förderung von Investitionen in nicht landwirtschaftliche Unternehmen mit bis zu 10 Beschäftigten und bis zu 2 Millionen Euro Jahresumsatz, in kleine Infrastrukturen und Basisdienstleistungen, in die Umnutzung nicht landwirtschaftlicher Bausubstanz sowie um Investitionen zugunsten des ländlichen Tourismus und zur Verbesserung des kulturellen und natürlichen Erbes von Dörfern.