Pressemeldungen  | 22.05.2017

Landwirtschaftliche Berufsbildung qualitativ und quantitativ sichern

DBV-Fachausschuss für Berufsbildung tagte in Sachsen-Anhalt

Die Ausbildung in den landwirtschaftlichen Berufen ist bei der Jugend weiter gefragt, wenngleich die Betriebe in einigen Regionen wegen zurückgehender Schülerzahlen und teils mangelnder Bewerbereignung weniger Ausbildungsplätze besetzen konnten. Im laufenden Ausbildungsjahr 2016/2017 entwickelte sich die Anzahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge in den „Grünen Berufen“ bundesweit insgesamt positiv (+1,6 Prozent). In Westdeutschland gab es einen Zuwachs (+3,4 Prozent), in Ostdeutschland einen relativ deutlichen Rückgang (-5,4 Prozent). Der Beruf Landwirt entwickelte sich in Westdeutschland stabil, in Ostdeutschland leicht rückläufig. Der Beruf Tierwirt verzeichnet weiter rückläufige Ausbildungszahlen. „Der Berufsstand muss sich auf allen Ebenen und Bildungsbereichen verstärkt dafür einsetzen, nicht nur die Ausbildungszahlen der Agrarberufe stabil zu halten, sondern auch die Qualität der beruflichen Bildung arbeitsmarktorientiert und nachhaltig zu sichern“, betonte Werner Schwarz, Vizepräsident und Bildungsvorsitzender des Deutschen Bauernverbandes (DBV). Dies sei dringend notwendig, um den steigenden Fach- und Führungskräftebedarf in der deutschen Landwirtschaft längerfristig zu sichern, erklärte Schwarz auf der Sitzung des DBV-Fachausschusses für Berufsbildung in Tangermünde und Iden (Sachsen-Anhalt).

 

Mit Blick auf die Ausbildungspraxis betonte der Fachausschuss die zunehmende Bedeutung der Ausbildungsqualität in Bezug auf Inhalte, Vermittlungsmethoden und Ausbildungsorganisation. Vorgestellt wurden in diesem Zusammenhang die Ergebnisse eines berufsständischen Projekts zur Qualitätssicherung und -verbesserung der landwirtschaftlichen Berufsausbildung, in dem Qualitätsleitfäden für verschiedene Akteure in der Umsetzungspraxis sowie ein Fachglossar für Bildungsakteure erarbeitet werden.

 

Eingehend befasste sich der DBV-Fachausschuss mit Zukunftsfragen landwirtschaftlicher Berufsschulen, die sich inhaltlich, strukturell und auch personell auf neue Herausforderungen einstellen müssen. Auch konzeptionelle Erfordernisse der Aus- und Weiterbildung von Berufsschullehrern sowie der Einstellung berufsbildender Schulen auf die fortschreitende Digitalisierung wurden dabei angesprochen. Mit Interesse verfolgten die berufsständischen Bildungsfachleute aktuelle Informationen über die Umsetzung des laufenden Bundesprojekts zur Vermittlung grundlegender Kenntnisse zum Öko-Landbau in der agrarischen Berufsbildung sowie zur Umsetzung des internationalen Praktikantenaustausches (Schorlemer Stiftung/DBV) sowie des EU-Bildungsprogramms Erasmus+.