Pressemeldungen  | 14.03.2013

"Lebensmittelkette muss offensiver kommunizieren"

Gewerkschaftschef Möllenberg im DBV-Präsidium

Gewerkschaft und Bauernverband sind gemeinsam gefordert, die Leistungen der Ernährungsbranche in Deutschland sowie die hervorragende Lebensmittelqualität noch besser herauszustellen. Angesichts "der jüngsten vermeintlichen Lebensmittelskandale stehen wir gemeinsam mit dem Rücken an der Wand. Deshalb ist die Lebensmittelsicherheit offensiver zu kommunizieren und deutlicher hervorzuheben, welche Leistungen von dieser Wertschöpfungskette erbracht werden". Dies erklärte der Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten, Franz-Josef Möllenberg, im März-Präsidium des Deutschen Bauernverbandes (DBV). Er wünschte sich die Zusammenarbeit von Bauernverband und Gewerkschaft zu vertiefen.
 
Das Fehlverhalten einzelner in der Lebensmittelkette, aber auch die Skandalisierung durch einige Medien und Organisationen hätten die gesamte Branche wieder in Verruf gebracht, kritisierte Möllenberg. In der öffentlichen Diskussion ginge dadurch verloren, dass die Branche in der Lage sei, täglich über 80 Millionen Menschen mit hygienisch einwandfreien Lebensmitteln von immer besserer Qualität zu versorgen. Diese gesunden Lebensmittel seien der Grund, weshalb die Menschen immer älter werden würden. Die Branche müsse aber auch aufhören, in der Werbung ein unrealistisches Bild über die Herstellung von Lebensmitteln zu zeichnen oder Schönfärberei zu betreiben. Nur mit Transparenz und realitätsnaher Information werde das Vertrauen der Verbraucher gestärkt.
 
Möllenberg verdeutlichte vor den Präsidenten der Landesbauernverbände und assoziierten Mitgliedern zudem seine sozialpolitischen Forderungen an die Branche. "Wenn die Branche nicht die sozialen Angelegenheiten gemeinsam regelt, wird man zusätzliche Probleme erhalten", stellte Möllenberg fest. Die Fleischwirtschaft habe in den letzten Jahren eine wahre Erfolgsgeschichte hingelegt. Doch müssten dabei auch die Arbeitsverhältnisse für die Beschäftigten stimmen. Auch an einer besseren Preisgestaltung für Lebensmittel müsse gearbeitet werden. "Im Verhältnis zu den Einkommen wird in unserem Land zu wenig Geld für die qualitativen guten Lebensmittel aufgewendet, gutes Geld für gute Arbeit“, dagegen könnten sowohl Gewerkschaft wie der Bauernverband nichts haben, erklärte Möllenberg.