Ernährung und Lebensmittel

„Lebensmittel sind zu wertvoll, um sie wegzuwerfen“

Die jüngst vom BMELV vorgestellte Studie zum erschreckend hohen Ausmaß weggeworfener Lebensmittel in Deutschland veranlasst den Deutschen Bauernverband (DBV) anlässlich des Weltverbrauchertages am 15. März auf die Bedeutung der Werthaltigkeit von Lebensmitteln hinzuweisen. Nur bei hoher Wertschätzung könne erreicht werden, dass der wichtigste Verursacher des Wegwerfens – der Verbraucherhaushalt selbst – sein Verhalten ändert.
 
Der DBV bekräftigt nochmals seinen vollen Einsatz für gesundheitlich unbedenkliche und qualitativ hochwertige Nahrungsmittel. Es sei auch für die Bauernfamilien betrüblich, wenn beste Milch-, Fleisch- und Getreideprodukte wegen eines falsch verstandenen Mindesthaltbarkeitsdatums aus dem Kühlschrank der Verbraucher in die Mülltonne wanderten. Deshalb seien einige Schlagzeilen der Zeitungen durchaus richtig, dass erst die permanente „Geiz-ist-geil-Mentalität“ zu Verhaltensweisen geführt hat, die vor dem Hintergrund des weltweit nicht besiegten Hungers nicht mehr akzeptabel sind. Der DBV bietet deshalb auch den Verbraucherverbänden seine Kooperation an, die Werthaltigkeit der Nahrungsmittel weiter zu verbessern und gegenüber dem Lebensmitteleinzelhandel auf eine grundlegende Änderung der Verkaufsstrategie zu drängen, die zuallererst auf Qualität und Regionalität und erst dann auf den Preis setzt. Auch wollen die Bauern zusammen mit Partnern die Risiken, die beispielsweise in Zoonosen stecken, konsequent durch Qualitätssicherungs- und Rückverfolgbarkeitssysteme begrenzen.
 
Ziel der Verbraucher wie auch der Land-, Agrar- und Ernährungswirtschaft muss es sein, den Blick für guten Geschmack und Qualitäten zu schärfen, Grundeinstellungen gegenüber den Nahrungsmitteln zu verbessern, aber auch das konkrete Kaufverhalten hin zu werthaltigen Produkten zu verfestigen. Anders als in vielen anderen Mitgliedsländern der EU zeigen Befragungen in Deutschland, dass die Bereitschaft der Konsumenten mehr für nachhaltig erzeugte Produkte auszugeben, vorhanden ist. Die tatsächlichen Verbraucherausgaben werden aber nach wie vor über Preissignale des Lebensmitteleinzelhandels gesteuert. Hier muss es gelingen, mehr Glaubwürdigkeit in das Verbraucherverhalten zu bringen.