Schwein und Geflügel

Futtermittel in der Tierhaltung

Klassifizierung, Hintergründe und Merkblätter

Futtermittel dienen bei weitem nicht nur der Sättigung. Sie müssen die Tiere gesund erhalten, qualitativ sicher und einwandfrei sowie wirtschaftlich sein. Dabei muss der Leistungs- und Erhaltungsbedarf der Tiere gedeckt sein. Um dies zu erfüllen, stehen dem Landwirt verschiedenste Futtermittel zur Verfügung. Dabei wird zunächst grundsätzlich zwischen Grund- und Kraftfuttermitteln unterschieden. 
 
Gras, Silage oder Heu
Grundfutter sind die wirtschaftseigenen Grobfuttermittel und Grünfutterprodukte wie Gras, Silage oder Heu. Alle Futtermittel mit höherer Nährstoffkonzentration bezeichnet man als Kraftfutter. Solche können Einzelfuttermittel mit hoher Nährstoffkonzentration (z. B. Getreide, Melasseschnitzel, Raps- oder Sojaschrot) bzw. industriell erzeugte Mischfutter sein. Damit wird  das hofeigene Futter ergänzt. Der Landwirt stimmt dazu die Futterrationen für Mastschweine, Geflügel oder Rinder genau auf den Nährstoffbedarf und die Leistung der Tiere ab. Mineralfutter kommt als klassische Ergänzungsfuttermittel hinzu.
 
Sowohl eine zu geringe Nährstoffzufuhr als auch ein Überangebot eines oder mehrerer Nährstoffe kann die Leistung eines Tieres mindern oder gar die Gesundheit beeinträchtigen. Sorgfältig aufeinander abgestimmte Grund- und Kraftfuttermittel sichern eine umwelt- und tiergerechte Erzeugung von Nahrungsmitteln.
 
Verbrauch wächst
Rund 1,1 Mrd. Tonnen Kraftfutter aus Getreide, Ölschroten und anderen Eiweißfuttermitteln werden weltweit gebraucht. Innerhalb der letzten fünf Jahre ist der Verbrauch um mehr als zehn Prozent angestiegen. Bevölkerungswachstum, höherer Wohlstand und voranschreitende Urbanisierung führen zu steigendem Verbrauch an tierischen Lebensmitteln. China hat mit einem Fünftel (225,6 Mio. Tonnen) den weltweit höchsten Futterverbrauch. Die deutschen Landwirte wenden jährlich rund 12 Milliarden Euro für Futtermittel auf. (siehe rechts)
 
Positivliste
Einen wichtigen Überblick zur Einordnung in Futtermittelgruppen gibt die deutsche Positivliste mit über 350 Einzelfuttermitteln (siehe Download rechts). Beschreibungen der Herstellungsverfahren in Datenblättern geben dem Landwirt Auskunft zu Einsatzzweck und -art und Besonderheiten vieler Einzelfuttermittel, wie z.B. solche, die als Nebenprodukte in der Zucker-, Mehl- oder Milch- oder Lebensmittelindustrie anfallen. 
 
Futtermittelsicherheit
Die Listung eines Einzelfuttermittels in der Positivliste ist heute Grundvoraussetzung für die Teilnahme an Qualitätssicherungsprogrammen von der QS Qualität und Sicherheit oder von QM-Milch. Landwirte, die Fleisch oder Milch nach den hohen Anforderungen dieser Standards erzeugen, dürfen nur gelistete und von anerkannten Herstellern erzeugte Futtermittel kaufen.

QS als stufenübergreifendes Sicherheitssystem der Lebensmittelkette hat vom Futtermittelhersteller bis zum Lebensmitteleinzelhandel eigene Leitfäden verbindlich vorgegeben, die jeder Systemteilnehmer einhalten muss. Kontrollen führen unabhängige Auditoren auf jeder Stufe durch. 
 
Hersteller von Futtermitteln müssen aber auch nach den Vorschriften des Lebens- und Futtermittelrechts strenge Hygienevorschriften einhalten. Eine umfangreiche Sammlung der geltenden EU- und nationalen Vorgaben findet sich auf der Internetseite des BMELV.

Der Zentralausschuss der Deutschen Landwirtschaft ZDL hat darüber hinaus
Merkblätter zum Einsatz von Zusatzstoffen (Säuren etc.) erarbeitet, die dem Landwirt bei der fach- und sachgerechten Anwendung von Mikronährstoffen (siehe Download rechts) helfen.
 
Ob industrielle Mischfuttermittel die jeweiligen Inhaltstoffe und Empfehlungen in der Tierernährung auch erfüllen, bewertet der unabhängige Verein Futtermitteltest VFT.
 
Die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft DLG hat in einer Datenbank alle wichtigen, die Futtermittelqualität charakterisierenden Parameter eingestellt.