Pressemeldungen  | 30.05.2016

Rukwied: Milchbauern können nicht von Ankündigungen leben

Rasche Umsetzung der Ergebnisse des Milchgipfels entscheidend

„Die Erwartungshaltung der Milchbauern ist angesichts der massiven Erlös- und Einkommensverluste enorm groß. Deshalb erwarten wir eine zügige Umsetzung des in Aussicht gestellten Krisenpaketes und vor allem der heute getroffenen Vereinbarungen. Von Ankündigungen können unsere Milchbauern nicht leben.“ Dies betonte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, vor Journalisten unmittelbar nach dem Milchgipfel in Berlin, zu dem Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt heute eingeladen hatte.

 

Rukwied begrüßte, dass sich sowohl Bundesminister Schmidt als auch der Lebensmitteleinzelhandel zur heimischen Landwirtschaft und zur Lebensmittelerzeugung in Deutschland bekannt haben. Von der Bundesregierung erwartet der Bauernpräsident, dass das angekündigte Liquiditäts- und Bürgschaftsprogramm in Höhe von „100 Millionen Euro plus x“ noch erheblich aufgestockt wird, um die politisch verursachten Erlöseinbrüche auch nur teilweise ausgleichen zu können. „Das Paket geht aber in die richtige Richtung und muss politisch so schnell wie möglich umgesetzt werden. Auch die EU-Kommission muss weitere Unterstützungsmaßnahmen auf den Weg bringen“, forderte Rukwied.

 

Einig sei sich der Milchgipfel gewesen, dass der Handlungsbedarf vor allem bei den Molkereien besteht, um gemeinsam mit den Milchbauern neue Wege der vertraglichen Lieferbeziehungen zu gestalten und so eine markt- und wertschöpfungsorientierte Mengenanpassung zu erreichen. „Diese Vertragsmodalitäten für eine marktorientierte Mengensteuerung müssen unter Einbeziehung des Lebensmitteleinzelhandels gefunden werden“, so Rukwied. Der Bauernpräsident begrüßte das Bekenntnis des Lebensmittelhandels zur deutschen Milcherzeugung mit ihrer hohen Qualität und Liefersicherheit. „Vom Lebensmittelhandel erwarte ich deshalb aber auch, dass er die jüngsten, völlig unverantwortlichen Kontraktabschlüsse mit den Molkereien neu verhandelt.“


 
 
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Quelle: Gero Breloer / DBV