Pressemeldungen  | 31.05.2017

„Nachhaltigkeit verlangt Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftliche Perspektive“

Bauernpräsident Rukwied auf dem Kongress der CDU/CSU-Bundestagsfraktion

„Die deutsche Landwirtschaft entwickelt sich weiter. Sinnvolle weitere Fortschritte in Nachhaltigkeit, Effizienz und Tierwohl erfordern unternehmerischen Freiraum und innovative Investitionen, die nicht nur erwirtschaftet werden müssen, sondern auch politische Rückendeckung benötigen. Zu den drei Säulen der Nachhaltigkeit zählt auch die wirtschaftliche Tragfähigkeit.“ Dies erklärte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, auf dem Kongress „Landwirtschaft im Brennpunkt - Wohin geht der Weg?“ der CDU/CSU-Bundestagsfraktion in Berlin.

 

Das Leitbild der deutschen Landwirtschaft sei generationsübergreifendes Wirtschaften in Familienunternehmen. „Dies ist zusammen mit der unternehmerischen Eigenverantwortung die beste Zielgröße für nachhaltiges Arbeiten“, erklärte Rukwied. „Nur starke und existenzfähige Betriebe können Veränderungen gestalten und die notwendigen technischen, sozialen und züchterischen Entwicklungen umsetzen. Wenn die Politik aber auf eine einseitige und überzogene Ordnungspolitik setzt oder praxisferne Anforderungen stellt, werden wirtschaftliche Perspektiven zerstört und mögliche sinnvolle Fortschritte in der Nachhaltigkeit verhindert“, stellte Rukwied fest. Dies gelte für nachhaltigere Methoden im Ackerbau wie in der Tierhaltung, aber auch bei den Maßnahmen im Umwelt- und Naturschutz. Auch die Marktpartner und Verbraucher ständen in der Verantwortung: Wer ständig höhere Standards vorschlage, aber dies in der Preisgestaltung an der Ladentheke nicht berücksichtige und beim Einkauf nicht honoriere, unterbinde letztlich die nachhaltige Entwicklung bei der Herstellung der Nahrungsmittel, kritisierte Rukwied.

 

Die deutsche Landwirtschaft wirtschafte auf fruchtbaren Böden unter gemäßigten Klimabedingungen mit in der Regel ausreichender Wasserversorgung, also in einer „Gunstregion“. „Dies verpflichtet uns Landwirte zu einem verantwortungsvollen und nachhaltigen Umgang mit knappen Ressourcen, zu einer produktiven Flächennutzung und zur Umsetzung moderner Methoden der Landwirtschaft, mit denen der wachsende Bedarf an Nahrungs- und Futtermitteln sowie nachwachsenden Rohstoffen gedeckt und gleichzeitig die Umweltauswirkungen gesenkt werden“, betonte der Bauernpräsident. Nachhaltigkeit bedeute auch, Lebensmittel dort herzustellen, wo dies am effizientesten möglich ist. Deutschland beteilige sich aber nicht am Preiswettlauf um die billigsten Agrarrohstoffe bzw. Agrarexporte, sondern setze vor allem auf den heimischen und den EU-Binnenmarkt, also auf kaufkräftige und wertschöpfungsstarke Märkte.