Pressemeldungen  | 25.09.2015

Naturschutz: Kooperation mit der Landwirtschaft ist die Lösung

DBV-Präsident Rukwied im Gespräch mit EU-Umweltkommissar Vella

„Die europäische Naturschutzgesetzgebung muss stärker auf Kooperation mit der Landwirtschaft und weniger auf Ordnungsrecht setzen.“ Dies bekräftigte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, anlässlich eines Gesprächs mit dem EU-Kommissar für Umwelt und Fischerei, Karmenu Vella, am 24. September 2015. Anlass des Gesprächs war der Fitness Check der EU-Naturschutzgesetzgebung, der Anfang 2015 seitens der Europäischen Kommission gestartet wurde. Die deutschen Landwirte begrüßen diesen Schritt: Die Vorschriften im Rahmen von Natura 2000 seien zu strikt geworden und stellen zunehmend die gute fachliche Praxis in der Landwirtschaft in Frage, bekräftigte der DBV-Präsident. „Wir brauchen praktikable Lösungen für geschützte Arten, deren Populationen sich gut entwickeln und die zum Problem werden.“ Die europäische Naturschutzgesetzgebung dürfe nicht nur sicherstellen, dass Ökosysteme und gefährdete Arten geschützt werden, sondern müsse gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit und Entwicklungsfähigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe erhalten. „Deshalb sind konkrete Nachbesserungen im europäischen Naturschutzrecht und bei seiner Umsetzung notwendig“, so Rukwied.
 
Der DBV-Präsident stellte die wesentlichen Verbesserungen in der Landbewirtschaftung für die Umwelt in den Vordergrund, die in den letzten Jahrzehnten durch eine bessere Ressourceneffizienz durch Leistungen der deutschen Bauern erreicht worden sind. Künftig müsse die Europäische Kommission sicherstellen, dass die richtige Balance zwischen Umwelt- und Naturschutzanforderungen und einer wirtschaftlich tragfähigen Landbewirtschaftung gefunden werde. Vor diesem Hintergrund gelte es, den Vorschlag der EU-Kommission zur Reduzierung von Luftschadstoffen einschließlich Ammoniak (sogenannte NEC-Richtlinie) grundsätzlich zu ändern. Die für Deutschland für Ammoniak und Methan vorgesehenen Reduktionsziele von 39 Prozent seien nicht nachvollziehbar und für die bäuerlichen Betriebe nicht leistbar. Massive Strukturverschiebungen in der deutschen Landwirtschaft wären die unvermeidliche Folge.