Pressemeldungen  | 10.09.2016

Naturschutz muss sich kooperationsbereiter zeigen

DBV-Vizepräsident Schwarz beim Umweltfestival zum 30. Jubiläum des BMUB

„Die größte Herausforderung der Umwelt- und Naturschutzpolitik war und ist, die Balance zwischen Umweltbelangen und wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe zu wahren.“ Das betonte Werner Schwarz, Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV) und Präsident des Bauernverbandes Schleswig-Holstein, im Rahmen des Umweltfestivals anlässlich des 30. Jubiläums des Bundesumweltministeriums in Berlin. Die Umweltpolitik habe in den vergangenen Jahrzehnten viele Erfolge erzielt. Diese Erfolge seien nicht ohne die Wirtschaft, die Bürger und gerade im Naturschutz nicht ohne das Engagement der Landwirte möglich gewesen. Zur 30-Jahr-Feier des Bundesumweltministeriums (BMUB) sei es daher auch angebracht und notwendig, die Leistungen von Bürgern und Landwirten beim schonenden Umgang mit Ressourcen und dem Einsatz von umweltschonenden Techniken zu würdigen, erklärte Schwarz im Rahmen der Diskussionsrunde „Blockierer oder Garant der Zukunft: Wozu Naturschutz?“.

 

Schwarz erwarte mehr Bereitschaft auf Seiten des Naturschutzes zur Kooperation mit der Landwirtschaft. Kontraproduktiv seien hingegen die regelmäßigen Rufe nach mehr Schutzgebieten und mehr Auflagen für die Landwirte. „Gemeinsam sollte es das Ziel von Naturschutz und Landwirtschaft sein, bürokratische Hürden auszuräumen, die Landwirte von der Umsetzung einfacher Maßnahmen im Naturschutz, wie etwa Puffer- und Blühstreifen im Rahmen des Greening, abhalten“, sagte Schwarz. Zudem hänge der Erfolg des Naturschutzes elementar davon ab, ob die Umweltpolitik anerkenne, dass nur wirtschaftlich tragfähige Betriebe auch Leistungen für den Naturschutz tragen können und eine flächige Extensivierung oder Umstellung auf den Ökologischen Landbau weder sinnvoll noch möglich sei.

 

„Ganz sicher kein zielführender Beitrag zu einer verstärkten Kooperation zwischen Naturschutz und Landwirtschaft ist der Vorschlag aus dem Integrierten Umweltprogramm 2030 des Bundesumweltministeriums, dem eigenen Ministerium ein Initiativrecht für Gesetzesvorhaben im Zuständigkeitsbereich anderer Ressorts einzuräumen. Bei Landwirten und Bürgern verfestigt sich hiermit der Eindruck eines Absolutheitsanspruchs der Umweltpolitik. Es widerspricht aber fundamental den Grundsätzen der Nachhaltigkeit mit einer Gleichrangigkeit von Ökologie, Ökonomie und Sozialem, wenn die Umweltpolitik generell einen Vorrang in der Abwägung zwischen unterschiedlichen Belangen anstrebt“, betonte der DBV-Vizepräsident. Das Pendel dürfe zukünftig nicht noch weiter in Richtung Vorschriften und Bevormundung ausschlagen, um die Akzeptanz der Umweltpolitik in Wirtschaft und Gesellschaft nicht zu gefährden, so Schwarz weiter.