Pressemeldungen  | 26.05.2016

„Preiskrise: Politik und Marktpartner müssen handeln“

Rukwied auf dem Kreisbauerntag im bayerischen Altötting

„Die Landwirtschaft braucht sofort Unterstützung und Entlastung“, erklärte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, auf dem Kreisbauerntag im bayerischen Altötting. „Wir haben mehr als genug debattiert, es muss gehandelt werden“, stellte Rukwied mit Blick auf die kritische Lage der Betriebe fest. „Nicht nur die Politik, sondern auch die Marktpartner sind in der Verantwortung. Wir erwarten von Molkereien und Lebensmitteleinzelhandel konkrete Schritte, um die existenzvernichtende Preismisere auf dem Milchmarkt nachhaltig zu überwinden. Der Lebensmittelhandel ist gefordert, die erforderliche Wertschöpfung der heimischen Landwirtschaft nicht weiter durch Niedrigstpreise zu gefährden.“ Das könne aber nur nachhaltig gelingen, wenn sich die Molkereiwirtschaft strukturell besser aufstellt und marktorientierte Konzepte realisiert, mit denen die Preise für die Landwirtschaft  verbessert werden. „Dazu gehört auch, sich gemeinsam mit den Erzeugern über Mengen zu vereinbaren, die am Markt sinnvoll zu verwerten sind“, so der Bauernpräsident. „Eine zentrale Mengenregulierung ist im globalisierten Milchmarkt wirkungslos“, betonte Rukwied. Im Hinblick auf eine entsprechende Forderung der Agrarminister der Länder erklärte er, auch sie sollten die Marktgesetze kennen.

 

„Die Bundesregierung muss sich am kommenden Montag klar zur deutschen Landwirtschaft bekennen und bereits diskutierte politische Maßnahmen zur Unterstützung der in Existenznot geratenen Betriebe konkretisieren“, forderte Rukwied. Ein schnell wirksames Liquiditäts- und Bürgschaftsprogramm und Steuerentlastungen sowie Unterstützung in der Agrarsozialpolitik habe der Bauernverband vorgeschlagen.

 

Innerhalb von zwei Jahren seien in Folge der gesunkenen Agrarpreise über 50 Prozent der Einkommen in der deutschen Landwirtschaft vernichtet worden. Die existenzbedrohende wirtschaftliche Krise in der Landwirtschaft betrifft die Milchbauern, aber auch Schweinehalter und Ackerbauern. Die aktuelle, seit 2014 anhaltende Agrarkrise habe ihren Auslöser in politischen Krisen wie das Russland-Embargo, im Nahen Osten und in nordafrikanischen Ländern sowie in konjunkturellen Einbrüchen einiger Schwellenländer. „Diese politisch begründeten Entwicklungen können die deutschen Bauernfamilien nicht allein bewältigen“, betonte Rukwied.