Pressemeldungen  | 11.02.2016

Priorität für heimische Öko-Produkte

DBV-Perspektivforum anlässlich der Biofach in Nürnberg

„Der Ökomarkt bietet gute Perspektiven und Marktchancen. Damit die deutschen Landwirte dieses Potenzial ausschöpfen können, ist neben praktikablen gesetzlichen Rahmenbedingungen eine stärkere Bevorzugung von Öko-Rohstoffen aus heimischer Herkunft erforderlich. Andernfalls werden die Öko-Bauern nicht adäquat am weiter wachsenden deutschen Markt teilnehmen können.“ Dies konstatierte der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Bernhard Krüsken, auf dem Perspektivforum des DBV auf der Biofach in Nürnberg. Die in der Regel zweijährige Umstellungszeit und die Investitionen in dieser Phase seien für die umstellungswilligen Landwirte eine Durststrecke, die über die Umstellungsprämie zwar abgemildert, aber nicht ausgeglichen werde. „Wenn gleichzeitig Handel und Verarbeitung Erzeugnisse bevorzugen, die in anderen EU-Mitgliedstaaten oder Drittländern zu niedrigeren Standards produziert werden, schränkt das die Attraktivität der Umstellung deutlich ein. Absatzsicherheit ist eine wichtige Komponente der Umstellungsentscheidung“, stellte Krüsken fest. Die Marktpartner sind daher aufgerufen, heimische Öko-Rohstoffe zu bevorzugen und die Rohstoffherkunft aktiv an die Verbraucher zu kommunizieren, so Krüsken.

 

Die Bio-Bauern können aktuell eine bessere Einkommensentwicklung als die übrige Landwirtschaft verbuchen. Auch deshalb sei der Ökolandbau ein interessantes Marktsegment mit weiter wachsender Perspektive. Doch mit einem Anteil von knapp 5 Prozent im deutschen Lebensmittelmarkt biete er keine Problemlösung für die gesamte Landwirtschaft. Das Potenzial für ein Wachstum des Ökolandbaus bestehe auch in Deutschland, erklärte Krüsken. Das DBV-Konjunkturbarometer zeige, dass etwa 10 Prozent der deutschen Landwirte sich über eine Umstellung auf den Ökolandbau informieren wollen oder konkretes Interesse daran haben. Derzeit wirtschaften rund 6 Prozent der Bauern nach den Vorschriften eines der 9 Anbauverbände oder nach der EU-Ökoverordnung.