Pressemeldungen  | 08.06.2015

Rukwied: Agrar- und Umweltpolitik muss vereinfacht werden

DBV-Tagung der Kreisgeschäftsführer in Berlin

Die diesjährige Tagung der Kreisgeschäftsführer und Kreisgeschäftsführerinnen im Deutschen Bauernverband (DBV) stand ganz im Zeichen eines intensiven Meinungsaustauschs über die Entwicklungen in der Agrar- und Umweltpolitik und über die aktuellen Arbeits- und Beratungsschwerpunkte in den Kreisbauernverbänden.  
 
Auf ihrer dreitägigen Sitzung in Berlin erörterten die Kreisgeschäftsführer die Auswirkungen der aktuellen Markttrends und der neuen Vorgaben der Gemeinsamen Agrarpolitik, der Umwelt- und der Steuerpolitik für die landwirtschaftlichen Betriebe. Einhellig wurde von überbordender Bürokratie, von einer investitionshemmenden Flut neuer Gesetze und Verordnungen sowie von praxisfernen Regelungen berichtet. Hinzu kommt die fehlende gesellschaftliche und politische Anerkennung der Leistungen einer modernen wettbewerbsfähigen Landwirtschaft, die die Stimmung auf den Höfen belastet. Diskutiert wurde ebenfalls über neue Kommunikationswege und das Konzept der Öffentlichkeitsarbeit des Bauernverbandes, das zum Deutschen Bauerntag in Erfurt vorgestellt wird.  
 
DBV-Präsident Joachim Rukwied unterstrich in der Diskussion mit den Kreisgeschäftsführern die Notwendigkeit einer wirksamen Vereinfachung der EU-Agrarpolitik. „Der Aufwand an Bürokratie zum Beispiel bei Anträgen für die Betriebsprämie ist nicht mehr zu rechtfertigen. Wir benötigen dringend eine Entbürokratisierung, für die der Bauernverband Agrarkommissar Hogan und Bundesminister Schmidt eine Reihe von Vorschlägen gemacht hat.“ Der Bauernverband habe bei der zurückliegenden Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik trotzdem wesentliche Verbesserungen im Vergleich zu den ursprünglichen Vorschlägen der Kommission erreicht. Ein produktionsintegriertes Greening sei nun in größerem Umfang möglich.
 
Ausführlich wurden auch die zurzeit schwierigeren Entwicklungen der Agrarmärkte diskutiert, darunter die Situation im Milchsektor. Ein weiterer Schwerpunkt der Beratungen galt der gesellschaftlichen und politischen Debatte über die Nutztierhaltung und dem notwendigen Ausbau der Tierwohl-Initiative, die großes Interesse der Tierhalter gefunden hat. Auch die Diskussionen über die Natur- und Umweltschutzgesetzgebung, den strengen Artenschutz und die Folgen wachsender Populationen von Biber und Wolf auf die Weidetierhaltung, die Landwirtschaft und die ländlichen Regionen standen im Fokus.