Pressemeldungen  | 09.09.2015

Rukwied fordert mehr Verantwortungsbewusstsein vom Lebensmitteleinzelhandel

DBV-Veredlungstag in Niederbayern

„Die deutschen Landwirte sind beim Thema Tierwohl auf gutem Weg. Politik und Verbraucher erwarten Lösungen. An einer deutlichen Aufstockung des Tierwohlfonds geht daher kein Weg vorbei“, so die klare Forderung des Präsidenten des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, in seiner Eröffnungsrede zum diesjährigen Veredlungstag des DBV im bayrischen Essenbach.
 
„Leider erleben wir bei einigen Lebensmitteleinzelhändlern eine kleinteilige und kurzsichtige Abwehrdiskussion um wenige Cent pro Kilogramm Fleisch. Das können wir den Landwirten, aber vor allem der Öffentlichkeit nicht vermitteln.“ Eine falsch verstandene Einkaufspreisoptimierung dürfe nicht dazu führen, dass die Initiative an Glaubwürdigkeit verliere. „Nur mit gemeinsamer Verantwortung können Veränderungen gestaltet werden. Dazu sind wir bereit!“ Das betonte Präsident Rukwied vor den mehr als 500 Teilnehmern des Veredlungstages.  
 
Mit Blick auf die aktuelle Marktlage forderte Rukwied die Politik auf, die Schweinehalter beim Gang durch das Preistief zu unterstützen. Dazu seien Bürgschaftsprogramme, Liquiditätshilfen und eine vorzeitige Auszahlung der Direktzahlungen unverzichtbar. Für eine unmittelbare Entlastung der Betriebe müsse nach Aussage des DBV-Präsidenten auch der Bundeszuschuss für die Unfallversicherung aufgestockt werden. Um langfristige Perspektiven zu eröffnen, seien die Erschließung neuer Exportmärkte und der Abbau von Handelshemmnissen essentiell.  
 
Überdies forderte der Bauernpräsident von der Politik ein klares Bekenntnis zur Tierhaltung in Deutschland: „Es kann nicht sein, dass diejenigen, die Deutschland Tag für Tag mit hochwertigen Lebensmitteln versorgen, unter den Generalverdacht der Umweltverschmutzung und Tierquälerei gestellt werden und Teile der Politik dies noch befeuern.“ Mit Blick auf die gesetzliche Regelungswut und die Belastung der Betriebe forderte Rukwied ein Stopp weiterer Auflagen. Rukwied im Wortlaut: „Deutschland ist bereits Auflagenweltmeister.“  
 
Rukwied rief die anwesenden Landwirte zum Dialog mit der Gesellschaft über moderne Tierhaltung auf. „Wir stehen für eine Tierhaltung in bäuerlicher Hand. Wir wollen keine börsennotierte Landwirtschaft“, konstatierte Rukwied. Aber auch diese bäuerliche Tierhaltung muss sich dem Markt stellen und entspricht nicht mehr den romantischen Vorstellungen, die manche Lebensmittelverpackungen suggerieren. „Wir dürfen uns nicht in den Ställen verstecken, sondern müssen offensiv über unsere Arbeit aufklären, nach dem Motto „Tue Gutes und rede darüber“.  
 

 
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