Pressemeldungen  | 14.04.2016

Rukwied: Landwirtschaft bleibt für die Banken ein solider Partner

Agrarfinanztagung des DBV und der Landwirtschaftlichen Rentenbank

„Die Landwirtschaft ist nach wie vor im Vergleich zu anderen Branchen ein Wirtschaftsbereich mit guter Bonität. Für die Banken bleiben Landwirte deshalb verlässliche und solide Partner“, stellte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, auf der Agrarfinanztagung des DBV und der Landwirtschaftlichen Rentenbank am 14. April 2016 in Berlin fest. Mit 494.000 Euro Kapital je Erwerbstätigen (ohne Boden) gehöre die Landwirtschaft unverändert zu den kapitalintensivsten Branchen der deutschen Wirtschaft. Das Sachkapital sei zu 32 Prozent mit Fremdmitteln und zu 68 Prozent mit Eigenkapital finanziert. „Marktzyklen sind Folgen offener Agrarmärkte. Doch die wirtschaftlich sehr angespannte Situation fällt augenblicklich lang und schmerzhaft aus“, betonte Rukwied. Er appellierte an die Banken, die Betriebe durch dieses Tal bei den Erzeugerpreisen aktiv zu begleiten und ihnen Liquiditätshilfe- und Überbrückungskredite zu gewähren. Dies eröffnet sowohl den Betrieben als auch den Banken eine positive Zukunftsperspektive, betonte der Bauernpräsident. Die Landwirte benötigten verlässliche Partner in der Kreditwirtschaft sowie eine vertrauensvolle Begleitung ihres unternehmerischen Wirkens durch die Agrarkreditwirtschaft.

 

Denn die grundsätzlichen Zukunftsaussichten seien für die deutsche Landwirtschaft nicht schlecht. „Wir wirtschaften an einem Gunststandort, haben gut ausgebildete Landwirtinnen und Landwirte, die modernste Technik einsetzen und mit erfolgreichen und innovativen Partnern im vor- und nachgelagerten Bereich zusammenarbeiten. Zudem steigt mittel- bis langfristig der Bedarf an Lebensmitteln und Agrarrohstoffen“, erklärte Rukwied. Die heimische Agrar- und Ernährungswirtschaft sei nach wie vor eine Schlüsselbranche für die deutsche Wirtschaft: Jeder neunte Arbeitsplatz werde vom sogenannten Agribusiness gestellt.

 

Aktuell sei die Liquidität vor allem vieler Milchvieh- und Schweinehalter stark angespannt. Sie hätten in den vergangenen Jahren hohe Investitionen in ihre betriebliche Zukunft wie auch in verbesserte Haltungsbedingungen und in Tierwohl getätigt. „Mit diesen Zukunftsinvestitionen sind sie mittel- und langfristig das wirtschaftliche Rückgrat unserer Landwirtschaft. Doch zur Überwindung der Wirtschaftskrise benötigen wir von der Politik jetzt ein zweites Liquiditätshilfeprogramm, das bürokratisch einfach ist, rasch wirkt und eine Bürgschaftsvariante enthält“, forderte Rukwied. Auch Vermarkter, Verarbeiter und Lebensmitteleinzelhandel müssten jetzt ihre Verantwortung für eine nachhaltige Landwirtschaft in Deutschland wahrnehmen, wenn insbesondere der Handel seinen Nachhaltigkeitszielen gerecht werden wolle. Eine fortlaufende Erhöhung der Anforderungen an die Qualität und Herstellungsverfahren der Produkte verlange auch eine adäquate Berücksichtigung bei den Erzeugerpreisen.