Pressemeldungen  | 29.08.2014

Russland-Embargo: Hilfe aus Brüssel für den Milchsektor

EU-Kommission eröffnet private Lagerhaltung zur Entlastung des Milchmarktes

Die EU-Kommission hat spezifische Maßnahmen für den Milchsektor angekündigt, um die Folgen des russischen Importstopps für europäische Agrarprodukte abzumildern. EU-Agrarkommissar Ciolos sprach sich am Donnerstag dafür aus, die private Lagerhaltung für Butter, Magermilchpulver und einige Käsesorten zu eröffnen. Zudem soll der Zeitraum für die öffentliche Intervention für Butter und Magermilchpulver über den 30. September hinaus bis Ende 2014 verlängert werden.
 
Der Deutsche Bauernverband (DBV) begrüßt die angekündigten Maßnahmen. Damit wird ein wichtiges Signal in einem verunsicherten Markt gesetzt. Es drohen Einbußen in einem hohen dreistelligen Millionenbetrag, die auch über den von der Kommission genannten Krisenfonds in Höhe von 424 Mio. Euro hinausgehen können. Deshalb dürfe finanzielle Unterstützung nicht nur aus dem GAP-Haushalt kommen, sondern müsse auch andere Fonds berücksichtigen, so der DBV. Der globale Markt für Milcherzeugnisse ist aber nach wie vor aufnahmefähig. Daher hat der DBV wenig Verständnis für Marktteilnehmer, die die aktuelle Verunsicherung zur kurzfristigen Preispositionierung nutzen und erwartet vom Lebensmitteleinzelhandel, seiner Verantwortung für die Wertschöpfungskette Milch gerecht zu werden.  
 
Aus Sicht des DBV ist es vor allem wichtig, weitere Absatzmärkte zu erschließen. Die Nachfrage auf vielen internationalen Milchmärkten ist weiterhin hoch. Der DBV fordert deshalb die Bundesregierung und die EU-Kommission auf, Absatzförderungsmaßnahmen zu unterstützen und eine Diversifizierung im Export über Veterinärvereinbarungen mit Drittländern zu begleiten.  Ebenso müsse endlich eine Entlastung der europäischen Milchbauern von den hohen Superabgabezahlungen über eine Änderung der Fettkorrekturfaktoren erfolgen. Die Milchbauern in der EU werden in den beiden letzten Milchquotenjahren voraussichtlich mit einer Milliarde Euro an Superabgaben belastet. Der DBV sieht hier einen gravierenden Widerspruch zu der von Brüssel zugesicherten sanften Landung aus der Milchquote und dem eigentlichen Ziel der Hilfsmaßnahmen für die Milchbauern infolge des russischen Importstopps.