Pressemeldungen  | 21.04.2016

Sonderrolle der Landwirtschaft beim Klimaschutz international verankert

Bauernverband: Beschränkung auf Selbstversorgung ist weltfremd

Die Pariser Klimakonferenz hat die Sicherung der Ernährung als fundamentale Priorität festgeschrieben und daher der Landwirtschaft als Produzent von Lebensmitteln eine Sonderrolle beim Klimaschutz zuerkannt. Dies erklärte der Deutsche Bauernverband (DBV) anlässlich der Unterzeichnung des Pariser Klimaabkommens durch die Bundesregierung am morgigen Freitag in New York. Alle Staaten haben in der Pariser Klimavereinbarung zum Ausdruck gebracht, dass die Anstrengungen zur Anpassung an den Klimawandel und zum Klimaschutz die Nahrungsmittelproduktion nicht beeinträchtigen dürfen, betonte der DBV. Die Bundesregierung ist nun gefordert, diese Sonderrolle auch im Klimaschutzplan 2050 als Voraussetzung weiterer Aktivitäten festzuschreiben.

 

Für die Landwirtschaft gelte es, den bereits eingeschlagenen Weg beizubehalten, die Emissionen pro Produkt zu senken und damit die Klima- und Ressourceneffizienz weiter zu steigern. Seit 1990 konnten durch moderne Produktionsmethoden beispielsweise die Erträge von Winterweizen um 28 Prozent und die Milchleistung um 16 Prozent gesteigert werden, während gleichzeitig die Emissionen an Treibhausgasen der Landwirtschaft um 15 Prozent gesenkt werden konnten. Diesen Weg der Effizienzverbesserung gelte es weiter zu verfolgen. In Anbetracht der weltweiten komplexen Herausforderungen des Klimaschutzes, der knapper werdenden Anbauflächen und der Nahrungsmittelversorgung sollte der Öffentlichkeit nicht suggeriert werden, die Antworten lägen in der Reduzierung der Tierbestände und der Bevormundung der Verbraucher. So erwartet der DBV im Sinne des Grünland- und Klimaschutzes ein Bekenntnis der Politik zur Tierhaltung in Deutschland. Ohne die Haltung von Wiederkäuern wie Rindern, Schafen und Ziegen sei der Erhalt und die Nutzung von rund 5 Millionen Hektar Grünland in Deutschland nicht möglich.

 

Forderungen einzelner Umweltverbände, die Produktion von Lebensmitteln in Deutschland auf die Selbstversorgung zu beschränken, bezeichnete der DBV als weltfremd. Diese Forderungen ignorierten die unterschiedlichen Klima- und Anbaubedingungen auf der Welt und die Tatsache, dass die Produktion von Lebensmitteln in Deutschland im weltweiten Vergleich häufig mit geringeren Emissionen von Treibhausgasen verbunden sei. Außerdem würde bei solchen Forderungen völlig außer Acht gelassen, dass Klimaschutz eine weltweite Herausforderung sei und Verlagerungseffekte als Folge isolierter nationaler Beschränkungen entstehen würden.