Termine und Anforderungen an die Ökologischen Vorrangflächen

Termine und Anforderungen an die Ökologischen Vorrangflächen

 
4. ÖVF-Leguminosen
 
Allgemeine Vorgaben:

Hierfür können grob- und kleinkörnige Leguminosen aus der Liste der zugelassenen Arten sowohl in Reinkultur als auch als Mischung ausgesät werden (vgl. Anlage 4 DirektZahlDurchfV). ÖVF-Leguminosen können im Rahmen der Anbaudiversifizierung angerechnet werden. Für den Anbau von Leguminosen, die als Ökologische Vorrangflächen angerechnet werden, ist eine Startdüngung und Pflanzenschutz nach guter fachlicher Praxis zulässig (vgl. § 18 Abs. 5 Unterabs. 2). Sollte der Anbau von ÖVF-Leguminosen bereits im Antragsjahr beendet werden, ist auf der entsprechenden eine Winterkultur oder Winterzwischenfrucht auszusäen, die mindestens bis zum 15. Februar des auf das Antragsjahr folgenden Jahres auf der Fläche bleibt (vgl. § 5 Abs. 6 AgrarZahlVerpflV). Wie bei den ÖVF-Zwischenfrüchten kann diese Frist durch die Bundesländer per Rechtsverordnung auf frühestens den 15. Januar vorgezogen werden.

Großkörnige ÖVF-Leguminosen:

Großkörnige ÖVF-Leguminosen wie z.B. Sojabohnen, Linsen, Weiße Lupinen, Blaue Lupinen, Gelbe Lupinen, Gartenbohnen, Erbsen oder Ackerbohnen müssen sich vom 15. Mai bis zum 15. August des Antragsjahres auf der Fläche befinden. Eine Ernte ist jedoch vor dem 15. August möglich, wenn der Erntebeginn mindestens drei Tage vorher bei der zuständigen Behörde angezeigt wird. Der genannte Zeitraum beginnt mit der Aussaat. Der Anbau der jeweiligen Kultur gilt als beendet, wenn die Körner bzw. Früchte geerntet werden oder der Aufwuchs gemäht, geschlegelt oder beweidet wird oder durch Bodenbearbeitung oder durch eine Herbizidbehandlung zerstört wird.

Kleinkörnige ÖVF-Leguminosen:

Alle anderen, i.d.R. kleinkörnigen ÖVF-Leguminosen wie z.B. sämtliche Klee- und Luzernearten müssen sich vom 15. Mai bis zum 31. August des Antragsjahres auf der Fläche befinden. Eine Ausnahmemöglichkeit wie bei den großkörnigen ÖVF-Leguminosen gibt es hier nicht. Der genannte Zeitraum beginnt mit der Aussaat. Der Anbau der jeweiligen Kultur gilt als beendet, wenn der Aufwuchs durch Bodenbearbeitung oder durch eine Herbizidbehandlung zerstört wird. Eine Schnittnutzung – auch zur Samengewinnung – ist dem Vernehmen nach nicht mit der Beendigung des Anbaus gleichzusetzen und kann demnach auch vor dem 31. August erfolgen.
 


Inhaltsverzeichnis:

Einleitung
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