Termine und Anforderungen an die Ökologischen Vorrangflächen

Termine und Anforderungen an die Ökologischen Vorrangflächen

1. Brachliegende Flächen als Ökologische Vorrangflächen
 
Allgemeine Vorgaben:

Ab dem 1. Januar des Antragsjahres ist der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln nicht zulässig (vgl. § 5 Abs. 2 AgrarZahlVerpflV). Diese Verpflichtung endet zu dem Zeitpunkt nach dem 31. Juli des Antragsjahres, ab dem eine Aussaat oder Pflanzung, die nicht vor Ablauf dieses Antragsjahres zur Ernte führt, vorbereitet oder durchgeführt wird (vgl. § 5 Abs. 3 AgrarZahlVerpflV). Eine Anwendung von Pflanzenschutzmitteln ist demnach frühestens ab dem 1. August des Antragsjahres möglich. Erfolgt die Vorbereitung oder Durchführung einer solchen Aussaat oder Pflanzung z.B. erst am 15. August des Antragsjahres, dann ist eine Anwendung von Pflanzenschutzmitteln erst ab 15. August des Antragsjahres zulässig. Sollte eine brachliegende Fläche ganzjährig angelegt werden, muss der Aufwuchs – jedoch nicht zwischen dem 1. April und dem 30. Juni – mindestens einmal jährlich zerkleinert und verteilt bzw. gemäht und abtransportiert werden (keine Verwendung als Futter oder Biogassubstrat und auch keine sonstige produktive Nutzung). Weil auf einer ÖVF-Brache i.d.R. keine landwirtschaftliche Erzeugung zulässig ist, besteht nach Auffassung des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL) kein Düngebedarf.

1. April bis 30. Juni des Antragsjahres:

In diesem Zeitraum sind keine Pflegemaßnahmen wie z.B. Mähen, Mulchen oder Zerkleinern des Aufwuchses zulässig (vgl. § 5 Abs. 5 AgrarZahlVerpflV). Ein Umbruch in dem genannten Zeitraum ist bereits möglich, wenn über Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen die Pflicht zur Anlage ein- oder mehrjähriger Blühflächen besteht und dieser Verpflichtung durch Neuansaat nachgekommen werden muss (vgl. § 5 Abs. 1 Satz 3 AgrarZahlVerpflV). Ein Mähen, Mulchen oder Zerkleinern des Aufwuchses der brachliegenden Fläche ist ab dem 1. Juli des Antragsjahres wieder möglich.

Ab 1. Juli des Antragsjahres:

Sollten die Bundesländer im Antragsjahr auf Grund des Vorliegens außergewöhnlicher Umstände (ungünstige Witterung wie z.B. Trockenheit) entsprechende Gebiete festlegen, können ÖVF-Brachen in solchen Gebieten ab dem 1. Juli des jeweiligen Antragsjahres durch Schnittnutzung für Futterzwecke oder durch Beweidung mit Tieren genutzt werden (vgl. Ergänzungsregelung § 25 DirektZahlDurchfV vom 13. Juli 2015).

Ab 1. August des Antragsjahres:

Generell ist die Nutzung des Aufwuchses durch die Beweidung mit Schafen und Ziegen ab dem 1. August des Antragsjahres zulässig. Gleichermaßen kann ab dem 1. August des Antragsjahres die Vorbereitung der Flächen für eine unmittelbar anschließende Aussaat bzw. Pflanzung einer Winterkultur erfolgen, d.h. Bodenbearbeitung, Anwendung von Pflanzenschutz- und Düngemitteln.
 


Inhaltsverzeichnis:

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