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Ackerbau

Änderungen der Vorschriften für Landmaschinen

Neu ab 1. August

Der Bundesrat hat Anfang Juli 2013 einigen Änderungen der straßenverkehrsrechtlichen Vorschriften zugestimmt, die am 1. August 2013 in Kraft treten. Damit wird die Land- und Forstwirtschaft eine Reihe von Erleichterungen erhalten.
 
Zuglängen
Zugmaschinen mit Anhängern dürfen künftig 18,75 m lang sein (bislang sind es 18,00 m). Damit erfolgt die vom Berufsstand schon lange geforderte Gleichstellung der zulässigen Gesamtlängen mit entsprechenden LKW-Zügen. Die land- und forstwirtschaftlichen Transporte sind künftig somit nicht mehr benachteiligt.
 
Gleiskettenfahrzeuge
Die Ausrüstung mit Gleisketten wird bei verschiedenen landwirtschaftlichen Erntemaschinen (z. B. Kartoffel- und Rübenerntemaschinen) und Zugmaschinen gewählt, da Gleisketten durch die größere Aufstandsfläche auf dem Boden einen geringeren Bodendruck aufweisen und somit eine geringere Bodenverdichtung bewirken als Luftreifen. Radfahrzeuge dürfen als Einzelfahrzeuge je nach Achsenzahl ein zulässiges Gesamtgewicht von bis zu 32 t besitzen. Werden derartige selbstfahrende Arbeitsmaschinen mit Gleisketten ausgerüstet, sind bei mehr als 24 t zulässigem Gesamtgewicht für die Zulassung Ausnahmegenehmigungen der Länder erforderlich. Durch die jetzt vom Bundesrat beschlossene Änderung der StVZO tritt in dieser Hinsicht eine Gleichstellung mit Radfahrzeugen bis zu 32 t zulässigem Gesamtgewicht ein, wodurch Ausnahmegenehmigungen im Einzelfalle entfallen.
 
Breite und Reifendruck von lof-Zugmaschinen
Mit der in der Sammel-VO enthaltenen Anpassung der 35. Ausnahmeverordnung zur Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) darf bei land- oder forstwirtschaftlichen Zugmaschinen und ihren Anhängern die Breite unverändert bis zu 3,00 Meter betragen, wenn sich die größere Breite allein aus der Ausrüstung dieser Fahrzeuge ergibt. Derartige Ausrüstungen sind Doppelbereifung, Gleisketten oder Breitreifen. Neu sind die Anpassung des Innendrucks von Breitreifen an den Stand der Technik sowie die Zulassung der Breite von bis zu 3,00 Metern auch bei Gleiskettenfahrzeugen. Damit erfolgt eine Anpassung an den technischen Fortschritt (Reifentechnik) und den Anforderungen der Praxis (Bodenschonung).
 
Warnwesten
Ab 1. Juli 2014 wird das Mitführen und Tragen von Warnwesten allgemein zur Pflicht, und damit auch bei lof-Zugmaschinen. Zur Begründung wird angeführt, dass das Tragen einer Warnweste die Verkehrssicherheit bei Pannen oder Unfällen deutlich erhöhen kann. Durch die Vorgabe der Berufsgenossenschaften in der Unfallverhütungsvorschrift "Fahrzeuge" muss in jedem gewerblich genutzten Fahrzeug bereits heute eine Warnweste mitgeführt werden. Besteht die Besetzung dieser Fahrzeuge regelmäßig aus Fahrer und Beifahrer, sind zwei Warnwesten mitzuführen.