Agrarförderung

Termine und Anforderungen an die Ökologischen Vorrangflächen

Landwirtschaftliche Betriebe müssen seit 2015 sogenannte Greening-Anforderungen erfüllen, sobald sie die Basisprämie im Rahmen der EU-Direktzahlungen beantragen. Neben dem Erhalt von Dauergrünland und der Diversifizierung der angebauten Fruchtarten ist die Bereitstellung Ökologischer Vorrangflächen eine wesentliche Greening-Bedingung.
 
Das sogenannte Greening ist eine der wesentlichen Neuerungen im Rahmen der Reform der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik, welche das Ziel einer verbesserten Umweltleistung verfolgt. Durch die Einführung des Greening wurde die Struktur der EU-Direktzahlungen neugestaltet. Diese setzt sich nunmehr aus der Basisprämie, Umverteilungsprämie (Förderung der ersten 46 Hektare eines Betriebes), Junglandwirteprämie sowie der Greeningprämie zusammen. Die Einhaltung der Greening-Anforderungen ist Teil der täglichen Aktivitäten der landwirtschaftlichen Betriebe. Mit der Greeningprämie wird die Annahme und Beibehaltung einer nachhaltigen Nutzung der landwirtschaftlichen Flächen und die Pflege der natürlichen Ressourcen belohnt.
 
Zur Bereitstellung Ökologischer Vorrangflächen müssen landwirtschaftliche Betriebe fünf Prozent ihrer Ackerfläche im Umweltinteresse nutzen. Eine landwirtschaftlich produktive Nutzung ist unter bestimmten Bedinungen und unter Berücksichtigung entsprechender Vorgaben zum Teil möglich. Betriebe mit einer Ackerfläche von bis zu 15 Hektaren können sich von der Bereitstellung Ökologischer Vorrangflächen befreien lassen. Ökolandbaubetriebe erfüllen die Greening-Anforderungen und somit auch die Bereitstellung Ökologischer Vorrangflächen „per se“. Auch gelten die Greening-Vorschriften nicht für Dauerkulturflächen.
 
Deutschen Landwirten steht aus den EU-rechtlich zulässigen Flächenkategorien ein breites Spektrum geeigneter Elemente zur Verfügung, um Ökologische Vorrangflächen bereitzustellen. Dazu gehört zum Beispiel der Anbau von Eiweißpflanzen, die den Stickstoff im Boden binden, oder auch der Anbau von Zwischenfrüchten und Grasuntersaaten, die den Boden bedecken. Auch der Erhalt von Hecken, Baumreihen und Feldgehölzen, die als Landschaftselemente geschützt werden, wird im Rahmen der Ökologischen Vorrangflächen angerechnet. An Ackerflächen angrenzende Pufferstreifen an Gewässern, Streifen an Waldrändern oder auch sogenannte Feldrandstreifen sind weitere Ökologische Vorrangflächen, mit denen die Landwirte einen hohen ökologischen Mehrwert für Natur und Umwelt erbringen. Die unterschiedliche ökologische Wertigkeit der verschiedenen Arten von Ökologischen Vorrangflächen wird über sogenannte Gewichtungsfaktoren berücksichtigt, die von der Europäischen Kommission festgelegt worden sind.

Im Rahmen der Bewirtschaftung verlangen die Greening-Anforderungen den landwirtschaftlichen Betrieben einiges ab. Die folgenden Seiten geben ohne Anspruch auf Vollständigkeit einen kurzen Einblick über die zahlreichen Vorgaben, Regelungen und Fristen, die seit 2015 zu beachten sind.
 


Inhaltsverzeichnis:

Einleitung
Seite 1 - Brachliegende Flächen als Ökologische Vorrangflächen >>
Seite 2 - Streifen als Ökologische Vorrangflächen >>
Seite 3 - ÖVF-Zwischenfrüchte und ÖVF-Grasuntersaaten >>
Seite 4 - ÖVF-Leguminosen >>