Pressemeldungen  | 26.10.2017

Ein gesellschaftlich getragener Dialog zur Entwicklung der Tierhaltung

Fachforum Landwirtschaft des Tagesspiegels entwickelte konstruktiven Diskurs

„Miteinander reden, statt übereinander“ – dieses Ziel setze der Chefredakteur des Tagesspiegel Stephan-Andreas Casdorff zu Beginn des „Fachforums Landwirtschaft“ im gleichnamigen Berliner Medienhaus. Wer die Nutztierhaltung ernsthaft weiterentwickeln wolle, müsse die These akzeptieren, dass es ethisch vertretbar sei, Fleisch zu essen. Diese Einstellung attestierte Casdorff den 150 Teilnehmern des Fachforums. Mit dem neuen Format wollten Verbände und Organisationen der Landwirtschaft einen möglichst breiten Dialog zwischen Landwirten, Verbrauchern, Wissenschaftlern, Vertretern der Kirchen sowie Kritikern der derzeitigen Haltungsbedingungen anstoßen. Damit war faktisch ein Runder Tisch gebildet mit dem Bestreben der Beteiligten, zuzuhören, aufeinander einzugehen und möglichst Grundlagen für Lösungsansätze einer Tierhaltung in Deutschland mit Zukunft zu geben. Die Ressortchefin Politik des Tagesspiegels, Juliane Schäuble, als Moderatorin leitete eine lebhafte Debatte in einer Atmosphäre des respektvollen Umgangs miteinander.

 

Die zwei Impulsvorträge und Debattenrunden mit insgesamt acht Vertretern der unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen zeigte die Zielkonflikte auf, die für Wandel und Veränderungen der Tierhaltung in der deutschen Landwirtschaft zu überwinden sind. Nicht nur der westfälische Schweinehalter Christoph Selhorst veranschaulichte in seinem Impulsvortrag mit einigen Beispielen aus der Praxis, wie ernsthaft die Veränderungsbereitschaft der Tierhalter ist. Doch stehen dem Wandel allzu häufig Zielkonflikte, die durch die Tier-, Klima- und Umweltschutzpolitik geschaffen werden, entgegen. Rechtssicherheit, Planbarkeit und Verlässlichkeit seien notwendig, um die Haltungsbedingungen effizienter und schneller weiterzuentwickeln. Auch der Tierethiker Professor Peter Kunzmann zeigte Ansätze und Perspektiven einer gesellschaftlich akzeptierten Nutztierhaltung auf, zog andererseits aber tierethische Grenzen. Eine Verbesserung des Wohlbefindens der Tiere sei ohne Zweifel machbar, doch müsste dies vom Tierhalter umsetzbar sein und vom Verbraucher bezahlt werden.

 

Das „Fachforum Landwirtschaft“ wurde unterstützt vom Bundesverband Rind und Schwein (BRS), vom Deutschen Bauernverband (DBV), der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), der Interessengemeinschaft der Schweinhalter Deutschlands (ISN) und dem Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG).
 
Das Tagesspiegel-Fachforum Landwirtschaft (Quelle: Tagesspiegel / Dominik Lindner)
 

 
DBV-Vizepräsident Werner Schwarz in der Diskussion auf dem Fachforum Landwirtschaft des Tagesspiegels (Quelle: Tagesspiegel / Dominik Lindner)