Pressemeldungen  | 11.05.2016

Unterstützung für Landwirte in der Marktkrise gewähren

DBV erhofft politische Bewegung in Berlin

„Ein Unterstützungsprogramm für die landwirtschaftlichen Betriebe in der Marktkrise ist dringend notwendig.“ Dies erklärte der stellvertretende Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Udo Hemmerling, gegenüber Medien im Hinblick auf die aktuellen Diskussionen innerhalb der Regierungskoalition.

 

„Angesichts des Verfalls der Agrarpreise fordert der Bauernverband von der Bundesregierung neben einem Bürgschaftsprogramm eine für 2017 und 2018 fortgesetzte Anhebung der Bundeszuschüsse zur Landwirtschaftlichen Unfallversicherung. Zudem haben wir einen jährlichen Freibetrag zur betrieblichen Schuldentilgung vorgeschlagen. Auch Entlastungen bei der Besteuerung des Agrardiesels würden den landwirtschaftlichen Betrieben helfen. Nicht nur für Milchbauern und Schweinehalter wäre die DBV-Forderung nach einem strikteren Kartellrecht gegen die missbräuchliche Einkaufsmacht der Handelsketten und Initiativen zur Wiederöffnung des russischen Marktes sowie anderer kaufkräftiger Exportmärkte zur Überwindung der Wirtschaftskrise hilfreich“, hob Hemmerling hervor.

 

Liquiditätshilfen und Bürgschaften seien notwendig, da die wirtschaftliche Lage vieler landwirtschaftlicher Betriebe äußerst angespannt sei. Die Agrarpreise seien ähnlich wie bei anderen Rohstoffmärkten (z.B. Rohöl) auf breiter Front rapide gesunken. „Nach über einem Jahr Preisbaisse ist die Lage vor allem für Milchbauern und Schweinehalter kritisch“, betonte Hemmerling. Von den Handelsketten erwartet der DBV deshalb auch Verantwortung und die Einsicht, dass die bisherige Billigstrategie im Widerspruch zu Bekenntnissen für mehr Nachhaltigkeit und Regionalität steht. Der Handel müsse in seiner Einkaufspolitik „nachhaltig“ zeigen, dass er mit seinen Milchpreisen nicht die Existenz der Bauern zerstöre.

 

Auch die Molkereien seien gefordert und müssten gemeinsam mit ihren Lieferanten besser auf wechselnde Nachfragesituationen nach Milch reagieren. „Veränderungen der Lieferbeziehungen sind dringend anzugehen“, erklärte Hemmerling. Anders als zu Zeiten der Milchquote seien die Molkereien jetzt betriebsindividuell gefordert.