Pressemeldungen  | 04.12.2015

„Vorrang der Erdverkabelung berücksichtigt landwirtschaftliche Belange nicht“

DBV kritisierte Änderung des Rechts zum Netzausbau

Der Deutscher Bauernverband (DBV) sieht den vom Bundestag beschlossenen allgemeinen Vorrang der Erdverkabelung bei Trassen mit Höchstspannungsgleichstrom kritisch. Im neuen Energieleitungsbaurecht wurden zudem die Forderungen nach Entlastungen bei den naturschutzrechtlichen Ausgleichsmaßnahmen und nach einer Neujustierung der Entschädigungsgrundsätze nicht berücksichtigt, kritisierte der DBV. Die Energiewende wird nun zu Lasten der Nutzer von land- und forstwirtschaftlichen Flächen erfolgen. Der Vorrang der Erdverkabelung widerspricht in vielen Fällen dem Grundsatz der Minimierung von Eingriffen in Landwirtschaft, Boden und Naturhaushalt, betonte der DBV.  
 
Mit der Erdverkabelung im Höchstspannungsbereich befürchtet der DBV erhebliche Eingriffe in die Bodenstruktur. Erdkabel sind im Vergleich zu Freileitungen eingriffsintensiver. Zwar ist die Wärmeentwicklung des Gleichstroms in Erdkabeln geringer als bei Drehstrom-Kabeln, doch sind auch bei Erdkabeln erhebliche Produktionseinbußen auf landwirtschaftlichen Flächen dauerhaft und nicht nur vorübergehend zu befürchten. Nach Ansicht des DBV hätten die Auswirkungen der Gleichstromtrassen als Erdverkabelung zunächst in Pilotprojekten mit einem bodenkundlichen Langzeit-Monitoring erprobt werden müssen. Die umfangreichere Flächeninanspruchnahme bei Erdverkabelung darf zudem nicht durch zusätzliche Flächeninanspruchnahmen für naturschutzrechtliche Ausgleichsmaßnahmen verschärft werden, forderte der DBV. Eine Änderung der Kompensationsregelungen ist daher dringend geboten, betonte der Bauernverband.