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Einleitung

Vorwort

Landwirtschaft ist eine Zukunftsbranche. Die deutsche Agrarwirtschaft agiert in Märkten, bei denen die wesentlichen Impulse zu einem erheblichen Teil von globalen Entwicklungen ausgehen. Weitere 2 Milliarden Menschen werden in den kommenden 30 Jahren nach Arbeit, Wohlstand und guter Ernährung streben, vor allem in den asiatischen Schwellenländern und in Afrika. Aus dieser Dynamik ergeben sich neue Chancen für die deutsche und europäische Landwirtschaft, die heute weltweit führend in Bezug auf eine effiziente und nachhaltige Landwirtschaft ist. Erfolgsfaktoren sind der hohe Bildungsstand der Landwirte, ihr Zugang zu modernen Produktionsverfahren, zur Finanzierung und zu den Märkten. Bei der Sicherheit der Nahrungsmittel wird Europa um sein hohes Niveau beneidet.
 
Die Land-, Agrar- und Ernährungswirtschaft ist nach wie vor ein Stabilitätsanker der deutschen Volkswirtschaft. In der Land- und Forstwirtschaft ist die Zahl der Erwerbstätigen in den vergangenen Jahren stabil bei etwa 660.000 Personen geblieben. Einschließlich der vor- und nachgelagerten Bereiche arbeiten rund 4,6 Millionen Menschen in diesem Wirtschaftsbereich. Das gesamte Agribusiness erwirtschaftete 2012 einen Produktionswert von 412 Milliarden Euro, was einem Anteil von 8 Prozent an der Gesamtwirtschaft entspricht.
 
Auch bei den heimischen Verbrauchern ist ein Bewusstseinswandel unübersehbar. Traditionell genießen Lebensmittel aus Deutschland eine hohe Wertschätzung. Neu ist das Interesse an der Herkunft von Lebensmitteln, der Erzeugung und Verarbeitung, ihren Verfahren und Produktionsbedingungen. Darin liegt eine Chance, für eine moderne und nachhaltige Landwirtschaft am Standort Deutschland zu werben und neues Vertrauen aufzubauen. Dafür sind die Landwirte selbst die Botschafter, die über die größte Glaubwürdigkeit verfügen. Ein Beispiel für diese Vertrauensarbeit ist die Initiative Tierwohl. Mit diesem neuen Konzept werden erstmals freiwillige Zusatzleistungen des Tierhalters über einem Kostenausgleich honoriert. Dieses Projekt kann helfen, die Tierhaltung im Sinne der Tiere, der Landwirte und der Verbraucher positiv weiterzuentwickeln.
 
In der Gemeinsamen Agrarpolitik sind die Weichen bis 2020 gestellt. Die größte verbliebene Hürde ist nun das Greening. Der Beschluss des EU-Ministerrates und des Europäischen Parlamentes, wonach eine produktive Nutzung der ökologischen Vorrangflächen möglich bleibt, sollte jetzt durch die EU-Kommission konsequent umgesetzt werden. Düngung, Pflanzenschutz und Ernte müssen auf allen Flächen möglich bleiben.
 
Vor diesem Hintergrund stand die deutsche Landwirtschaft im Wirtschaftsjahr 2012/13 im Zeichen einer Markterholung bei wichtigen pflanzlichen Erzeugnissen. Im Durchschnitt der landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetriebe wurde ein Unternehmensergebnis von 62.900 Euro je Betrieb bzw. 42.800 Euro je Familien-Arbeitskraft erreicht. Das sind 9 Prozent mehr als im Vorjahr. Stärker denn je sind Unterschiede nach Erntesituation und nach Betriebsform zu sehen. Die Milchviehbetriebe mussten rückläufige Unternehmensergebnisse verzeichnen, was vor allem auf gestiegene Futterkosten zurückzuführen ist. In der Schweinehaltung konnten die Betriebe hingegen ihr Ergebnis trotz gestiegener Kosten wegen höherer Erzeugerpreise verbessern.
 
Der vorliegende Situationsbericht 2013/14 beleuchtet diese Entwicklungen im Detail und bietet eine Fülle von interessanten Trends und Fakten rund um die Land- und Agrarwirtschaft. Alle Informationen sind auch online unter www.situationsbericht.de verfügbar. Die diesem Zahlenwerk zugrundeliegenden Buchführungsergebnisse landwirtschaftlicher Betriebe wurden in enger Zusammenarbeit mit der LAND-DATA GmbH ausgewertet. Die AMI Agrarmarkt Informations-Gesellschaft hat die Erstellung dieses Situationsberichtes zusätzlich mit umfangreichen Marktdaten unterstützt. Über die ökonomischen Daten hinaus geht der Bericht in diesem Jahr auf besondere Schwerpunkte ein. Diese sind die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik, die internationalen Agrarmärkte sowie aktuelle technologische Entwicklungen im Ackerbau.
 
Joachim Rukwied
Präsident des Deutschen Bauernverbandes