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Behauptet wird, dass in Deutschland „Turbokühe“ gezüchtet werden, die immer mehr Milch geben sollen, aber früher sterben.

Tatsache ist, dass die Züchtung auf Fitness der Kühe ausgelegt ist. Das Durchschnittsalter deutscher Milchkühe bleibt auch bei gestiegener Milchleistung stabil.

Fakten: 
Es gibt in Deutschland rund 4,3 Millionen Milchkühe; die in Herden mit durchschnittlich 57 Kühen leben. In 75.000 Milchviehbetrieben werden täglich Kühe versorgt und gemolken. Knapp die Hälfte der deutschen Milchkühe gehören zur Rasse Holstein-Friesian. Diese werden überwiegend im Norden und der Mitte Deutschlands gehalten. Ein Drittel aller Milchkühe sind Fleckviehkühe und zählen damit zur Doppelnutzungsrasse für die Milch- und Fleischerzeugung. Fleckviehkühe stehen vor allem in Süddeutschland. Die restlichen Kühe gehören unter anderem zu den Rassen Rotbunte Holstein, Braunvieh, Rotbuntes Niederungsrind, Angler und Vorderwälder. In Deutschland herrscht unter den Milchkühen eine bunte Rassenvielfalt mit unterschiedlichen Eigenschaften und Ansprüchen.  

  • Das Ziel einer jeden Zucht sind Tiere, die eine wirtschaftliche Nutztierhaltung ermöglichen. Aus diesem Grund wird seit dem Jahr 1998 nicht nur auf die Milchleistung und die Inhaltsstoffe der Milch gezüchtet, sondern auch auf Fitnessmerkmale (sog. funktionale Merkmale). Diese Merkmale sind bereits heute wichtiger als die eigentliche Milchleistung.  Und die Gesundheit der Milchkühe setzt sich fortlaufend stärker als Zuchtziel durch.     (Quelle: Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Rinderzüchter e.V. – ADR).
  • Kühe der beiden Hauptrassen Holstein-Friesian und Fleckvieh gaben im Jahr 2014 im Durchschnitt rund 9.000 kg bzw. 7.400 kg Milch. Damit hat sich die Milchleistung in den letzten zehn Jahren bei den Holstein-Kühen um rund acht Prozent und bei den Fleckviehkühen um rund elf Prozent erhöht. Im Gegenzug ist das durchschnittliche Alter bei beiden Rassen trotz gestiegener Leistung stabil geblieben. Das ist zum Einen Resultat der verstärkten Zucht auf Fitness. Zum Anderen wurde dieses Ergebnis  durch sorgfältiges Herdenmanagement und einen höheren “Kuhkomfort” erreicht.
  • Untersuchungen von Milchviehherden aus Mecklenburg-Vorpommern zeigen, dass Milchleistung und Krankenstatus nicht voneinander abhängig sind. Milchkühe mit einer höheren Milchleistung müssen nicht öfter behandelt werden als Kühe mit einem niedrigeren Leistungsniveau. Die Landesanstalt für Landwirtschaft und Fischerei in Mecklenburg-Vorpommern hat mit einem umfassenden Datensatz, weltweit einer der Genauesten, aufgezeigt, dass mit höherer Herdenleistung Kühe sogar länger gemolken und damit auch älter werden.
  • Mit einer hohen Milchmenge pro Kuh, können die Milchviehhalter nachhaltiger und damit auch umweltfreundlicher Milch gewinnen. Eine Kuh mit einer höheren Milchleistung schont die Umwelt und das Klima stärker als eine Kuh, die weniger Milch gibt, zum Beispiel durch geringere Methanemissionen je Liter Milch.
  • Die Landwirtschaft entwickelt sich - wie jeder andere Wirtschaftsbereich auch - stetig weiter. Milchbauern wirtschaften nicht mehr wie vor vierzig Jahren. Die Erkenntnisse in der Tiergesundheit und dem Herdenmanagement haben sich enorm entwickelt. Gleichzeitig ist aber auch der wirtschaftliche Druck größer geworden. Grundsätzlich wird sich in der Milchviehhaltung eine Steigerung der Milchleistung fortsetzen. Dabei setzen die deutschen Milchbauern auf eine Balance von Milchleistung und Tiergesundheit.