Pressemeldungen  | 22.01.2016

Zukunft ländlicher Räume – Worin liegen die Herausforderungen?

Staatssekretär Pronold aus dem Bundesbauministerium im Gespräch mit DBV

Um ländliche Räume für die Zukunft attraktiv zu halten, ist eine Politik „aus einem Guss“ erforderlich. Das ist das Fazit einer Diskussionsveranstaltung auf dem Erlebnisbauernhof der Grünen Woche, an der der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesbauministerium, Florian Pronold, und der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Bernhard Krüsken, teilnahmen. Die Bundesregierung will dies über eine Interministerielle Arbeitsgruppe auf Staatssekretärsebene erreichen, um die Förderansätze der einzelnen Bundesressorts stärker zu koordinieren. Von Seiten der Interessenvertreter ländlicher Räume werden mit der „Plattform Ländliche Räume“ der Andreas Hermes Akademie, der neben dem DBV 12 weitere Verbände und Organisationen des ländlichen Raum angehören, die Akteure im ländlichen Raum und deren Anliegen gebündelt.

 

Beide Diskutanten waren sich darin einig, dass der ländliche Raum nicht zur Projektionsfläche für urbane Ballungsräume werden darf. Gefordert werden eine eigene wirtschaftliche und kulturelle Identität sowie Maßnahmen, die die Lebensverhältnisse von Stadt und Land in Gleichklang bringen. Dazu gehört insbesondere Infrastruktur und schnelles Internet. Pronold plädierte aber auch dafür, die ländlichen Räume nicht nur als Problemräume zu sehen. Es müsste auch mehr über die Chancen und Stärken wie Leben und Arbeiten in landschaftlich attraktiven Gegenden oder die vielen „Hidden Champions“ in ländlichen Räumen gesprochen werden. Entscheidend sei vor allem das Engagement der Menschen vor Ort. Großes öffentliches Interesse hätte der Wettbewerb „Menschen und Erfolge“ erzielt. Es seien die Menschen, die mit erfolgreichen und kreativen Ideen vorangingen. Der Deutsche Bauernverband unterstützt diesen Wettbewerb. Unabhängig vom Erfolg dieses Wettbewerbs sieht DBV-Generalsekretär Krüsken beim grundgesetzlich festgelegten Ziel der Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse in vielen ländlichen Gebieten noch großen Handlungsbedarf.

 

Bundesregierung und alle im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien sind sich darin einig, ländliche Räume in ihrer Entwicklung stärker zu unterstützen. Land- und Forstwirte, die zusammen 82 Prozent der Fläche bewirtschaften und prägen, sind wegen ihres starken Standortbezuges besonders auf ein Minimum an öffentlicher Daseinsvorsorge wie Kindergärten, Schulen und medizinische Versorgung sowie immer mehr auf schnelles Internet angewiesen.