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1 Landwirtschaft und Gesamtwirtschaft

1.5 Lebensmittelhandel

Hohe Wachstumsrate im Lebensmittelhandel
Der deutsche Lebensmitteleinzelhandel (LEH) erzielte 2011 mit Lebensmitteln einen Gesamtumsatz von 169 Mrd. Euro. Das sind gegenüber dem Vorjahr rund 3 Mrd. Euro mehr. Die mit Abstand größte deutsche Handelskette war in 2011 erneut die Edeka-Gruppe, die ihren Umsatzanteil von 24,6 Prozent in 2010 auf 25,3 Prozent in 2011 erhöhen konnte. Danach folgen die Rewe-Gruppe mit 14,8 Prozent, die Schwarz-Gruppe (Lidl) mit 13,7 Prozent und die Aldi-Gruppe mit 12,0 Prozent. Diese vier größten Handelsunternehmen sorgen für zwei Drittel (65,8 Prozent) des Umsatzes im deutschen Lebensmittelhandel und damit für eine hohe Konzentration des Marktes.
 


Discounterboom ebbt ab
Im internationalen Vergleich ist der Anteil der Discounter in Deutschland mit 43,4 Prozent weiterhin sehr hoch. 2008 erreichte er mit 44,5 Prozent am gesamten Lebensmitteleinzelhandel seinen Höchststand. Seitdem geht der Anteil der Discounter von Jahr zu Jahr leicht zurück. Dafür wachsen die Supermärkte überproportional stark. Sie setzen verstärkt auf flexiblere Angebote (Aktionsgeschäft) und offensivere Marketingstrategien und treten durch ihre Eigenmarken zunehmend in direkte Konkurrenz zu den Discountern.


EU will verpflichtende Herkunftskennzeichnung
Die in der EU bereits geltenden Vermarktungsnormen für Obst und Gemüse, Eier und Fischerzeugnisse beinhalten unter anderem eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung für diese Lebensmittel. Das Ursprungsland muss auf der Verpackung bzw. auf dem Produkt selbst genannt werden. Die im Fleischsektor bisher auf Rindfleisch beschränkte obligatorische Herkunftsangabe gilt künftig auch für unverarbeitetes Schweine-, Schaf-, Ziegen- und Geflügelfleisch. Einzelheiten will die EU-Kommission bis Ende 2013 festlegen.
 


Imitate statt Mogelpackungen
Lebensmittelimitate wie z. B. Analogkäse müssen nach der neuen Lebensmittelinformationsverordnung der EU zukünftig deutlich als solche gekennzeichnet werden. Der ersatzweise verwendete Stoff muss in unmittelbarer Nähe des Produktnamens und in einer Schriftgröße, die mindestens 75 Prozent der Schriftgröße des Produktnamens beträgt, angegeben werden. Bei so genanntem „Klebefleisch“ muss der Hinweis „aus Fleischstücken zusammengesetzt“ auf der Verpackung stehen. Für Fischprodukte gelten entsprechende Regelungen.


Geoschutz mit Logos für Qualität und Ursprung
Die EU will neue Qualitätsregelungen für Agrarerzeugnisse und  Vereinfachungen beim Eintragungsverfahren für geographische Angaben und traditionelle Spezialitäten erlassen. Die drei rechtlich geschützten Bezeichnungen „geschützte Ursprungsangabe“ (g. U.), „geschützte geographische Angabe“ (g. g. A.) und „garantierte traditionelle Spezialität“ (g. t. S.), bleiben in ihrer Form erhalten. Das Eintragungsverfahren soll allerdings einfacher und straffer ablaufen. Für Wein wird es auch weiterhin ein separates Kennzeichnungsverfahren geben. Fakultative Qualitätsangaben wie „Extensive Bodenhaltung“ oder „Traditionelle Buttersorte“ dürfen nur verwendet werden, wenn sie tatsächlich zutreffend sind.

 
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Herausgegeben vom Deutschen Bauernverband mit Unterst�tzung von: