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2 Ressourcenschutz in Land- und Forstwirtschaft

2.1 Flächennutzung und Flächenverbrauch

Feld und Wald prägen Deutschland
Die Land- und Forstwirtschaft erhält und pflegt 29,5 Millionen Hektar Acker, Wiesen und Wald. Das sind gut 82 Prozent der Fläche Deutschlands. Sie sichert die natürlichen Lebensgrundlagen und erhält die Basis für die Ernährungssicherung. Vielfältige Landschaften gewähren Lebens- und Freizeit- sowie Erholungsräume. Die Land- und Forstwirtschaft stärkt die ländlichen Gebiete als funktionsfähige Siedlungs- und Wirtschaftsräume.
 
 
2.300 Quadratmeter Agrarfläche pro Kopf
Je Einwohner stehen in Deutschland 2.290 Quadratmeter landwirtschaftliche Fläche zur Verfügung, davon 1.460 Quadratmeter Ackerfläche. Von diesen Flächen müssen alle Versorgungsbedürfnisse in der Ernährung, für Bioenergie und für andere nachwachsende Rohstoffe erfüllt werden. Zum Vergleich: 580 Quadratmeter wurden 2010 für jeden Bundesbürger allein für Siedlung und Verkehr benötigt. Im Jahre 1992 waren es nur 490 Quadratmeter.
 
 
Flächenverbrauch statt Ressourcenschutz
Der Flächenverbrauch zählt zu den größten Umweltherausforderungen. Aus der Sicht von Landwirtschaft und Verbrauchern gehen die unvermehrbare Ressource Boden und damit die Produktionsgrundlage für den Anbau von Lebens- und Futtermitteln sowie von nachwachsenden Rohstoffen verloren. Auch der Natur- und Landschaftsschutz ist betroffen, denn durch den Flächenverbrauch werden Landschaften zerschnitten und Lebensräume für Tiere und Pflanzen bedroht.
 
 
Flächenverbrauch bei knapp 90 Hektar pro Tag
Der Flächenverbrauch durch Siedlungs- und Verkehrsmaßnahmen beträgt nach Angaben des Statistischen Bundesamtes derzeit 87 Hektar pro Tag (Durchschnitt der Jahre 2007-2010), was der Fläche von 120 Fußballfeldern entspricht. Selbst in Regionen mit Bevölkerungsrückgang werden mehr Flächen neu versiegelt als entsiegelt. Die für Siedlung und Verkehr genutzte Fläche ist seit 1992 um über 710.800 Hektar auf knapp 4,8 Millionen Hektar angewachsen. Die Gebäude- und Freifläche, also Wohn- und Gewerbegebiete, macht mit 52 Prozent den größten Anteil der überbauten Flächen aus.
 
 
Über 800.000 Hektar Flächenverlust zu Lasten der Landwirtschaft
Den amtlichen Liegenschaftskatastern zufolge hat die Landwirtschaftsfläche von 1992 bis 2010 um 817.800 Hektar abgenommen. Nach einer Analyse des Von-Thünen-Institutes ist die Landwirtschaftsfläche im Zeitraum 1990 bis 2010 um 640.000 Hektar zurückgegangen (Nettosaldo). Dabei gab es Verschiebungen in den Nutzungen zwischen Acker- und Grünland von ca. 300.000 Hektar.
 
 
Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen
Nach den Naturschutzgesetzen müssen Eingriffe in Natur und Landschaft durch Baumaßnahmen soweit wie möglich minimiert bzw. ausgeglichen oder kompensiert werden. Die naturschutzrechtlichen Kompensationsflächen für diese Eingriffe betragen bisweilen das Mehrfache der eigentlich versiegelten Fläche. Häufig werden gerade die fruchtbarsten Böden als Kompensationsflächen für den Natur- und Landschaftsschutz verwendet, weil diesen aus Naturschutzsicht eine geringe Wertigkeit und damit ein großes Aufwertungspotenzial beigemessen wird. Die Bundesregierung will in einer neuen Kompensationsverordnung diese Regelungen weiterentwickeln. Bei Bauwerken über 10 Metern Höhe soll der Eingriff in das Landschaftsbild über Geld ausgeglichen werden.
 
 
Staatlicher Naturschutz beansprucht immer mehr Flächen
Der Naturschutz in Deutschland geht bis auf den Beginn des 20. Jahrhunderts zurück. Kernziel ist nach wie vor die Erhaltung der Lebensräume von Tier- und Pflanzenarten durch die Ausweisung von Schutzgebieten. In den vergangenen Jahren wurden weiter zahlreiche neue Schutzgebiete ausgewiesen. Vorrangiges Ziel ist dabei häufig nicht mehr ausschließlich der Schutz einzelner bedrohter Arten, sondern eine großflächige Unterschutzstellung von Lebensräumen. Im weltweiten Vergleich zu anderen dicht besiedelten Ländern ist in Deutschland ein vergleichsweise hoher Anteil der Landesfläche unter Schutz gestellt.
 
 
Agrarumweltprogramme fördern die Artenvielfalt
Etwa 30 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen in Deutschland oder knapp 5 Millionen Hektar werden über Agrarumweltmaßnahmen gefördert. Neben der Förderung des ökologischen Landbaus sind hierbei der Erhalt von Grünland und von vielfältigen Fruchtfolgen von zentraler Bedeutung. Der Erhalt der regional angepassten Sorten- und Rassenvielfalt von Kulturpflanzen und Nutztieren wird ebenfalls gefördert. Erfahrungen mit den Agrarumweltmaßnahmen zeigen, dass die „Produktion“ von Biodiversität für den Landwirt auch wirtschaftlich interessant sein kann. 
 
 
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Herausgegeben vom Deutschen Bauernverband mit Unterst�tzung von: