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3 Agrarstruktur

3.4 Betriebs- und Rechtsformen

Einzelunternehmen dominieren
Nach Rechtsformen betrachtet dominieren die landwirtschaftlichen Einzelunternehmen, die in der Regel als Familienbetriebe gefhrt werden. So zhlten nach zuletzt fr 2010 vorliegenden Angaben 91 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe Deutschlands zu den Einzelunternehmen. Allerdings ging die Zahl der Einzelunternehmen bereinigt um die Anhebung der Erfassungsgrenzen zwischen 2007 und 2010 um knapp 9 Prozent zurck. Im Gegensatz dazu nahm die Zahl der Personengesellschaften zwischen 2007 und 2010 um 15 Prozent auf rund 21.000 deutlich zu, davon 17.700 in den alten Bundeslndern.
 
Juristische Personen vor allem in den neuen Bundeslndern
Die Zahl der 5.100 juristischen Personen (Agrargenossenschaften, GmbHs und AGs) blieb zwischen 2007 und 2010 nahezu gleich. In den neuen Bundeslndern war die vergleichsweise hohe Zahl von 3.500 Kapitalgesellschaften und eingetragenen Genossenschaften ttig. Im frheren Bundesgebiet whlten nur 1.600 Unternehmen die Rechtsform einer juristischen Person.
 
Zwei Drittel der Flche von Einzelunternehmen bewirtschaftet
Die Einzelunternehmen in Deutschland bewirtschafteten nach zuletzt fr 2010 vorliegenden Angaben 66 Prozent der gesamten landwirtschaftlich genutzten Flche. Durchschnittlich lag die Flchenausstattung bei 41 Hektar je Betrieb, wobei die Spanne von 30 Hektar in Baden- Wrttemberg bis 128 Hektar in Mecklenburg-Vorpommern reichte. Die durchschnittliche Flchenausstattung der Personengesellschaften lag bei 127 Hektar, juristische Personen verfgten im Durchschnitt ber 584 Hektar.
 
Acker- und Futterbaubetriebe dominieren
In der Gliederung nach Produktionsschwerpunkten sind gem der neuen EU-Typologie 43 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland Futterbaubetriebe, knapp 25 Prozent der Betriebe sind Ackerbaubetriebe (Getreide und andere Verkaufsfrchte), 16 Prozent Gemischtbetriebe (Verbundbetriebe), 10 Prozent Dauerkultur- (Wein, Obst, Hopfen) und Gartenbaubetriebe sowie gut 6 Prozent Veredlungsbetriebe (Schweine, Geflgel, Eier). Der relativ gering erscheinende Anteil der Veredlungsbetriebe ist darauf zurckzufhren, dass die Flchennutzung magebend fr die Einteilung der Betriebe ist, unabhngig davon ob der Aufwuchs in der tierischen Produktion verwendet wird oder an Handel und Verarbeitung verkauft wird.
 
Haupt- und Nebenerwerbsbetriebe zahlenmig gleich stark
Die landwirtschaftlichen Einzelunternehmen knnen nach ihrem Erwerbscharakter unterschieden werden. Aufgrund des Verhltnisses von betrieblichem Einkommen und dem Einkommen aus auerbetrieblichen Quellen erfolgt die Zuordnung: Die Haupterwerbsbetriebe beziehen mehr als 50 Prozent ihres Einkommens aus dem landwirtschaftlichen Betrieb, die Nebenerwerbsbetriebe weniger als 50 Prozent. Nach dieser Definition sind Neben- und Haupterwerbsbetriebe in Deutschland zahlenmig gleich stark und machen jeweils die Hlfte aller Einzelunternehmen aus. In Baden- Wrttemberg, Hessen, Saarland und Sachsen werden ber 60 Prozent der Einzelunternehmen im Nebenerwerb gefhrt.
 
Flchenausstattung sehr unterschiedlich
Der Nebenerwerb kann sowohl bergangsstadium als auch stabile Form einzelbetrieblicher Entwicklungen sein. Auf die im Nebenerwerb gefhrten Familienbetriebe entfielen nach zuletzt fr 2010 vorliegenden Angaben rund 2,9 Millionen Hektar LF das sind durchschnittlich 21 Hektar je Betrieb. Die im Haupterwerb gefhrten Betriebe bewirtschafteten mit durchschnittlich 60 Hektar eine rund dreimal grere LF als die Nebenerwerbsbetriebe. Dabei haben die Haupterwerbsbetriebe der neuen Bundeslnder eine hhere durchschnittliche Flchenausstattung als die Betriebe im frheren Bundesgebiet. Sie sind beispielsweise in Mecklenburg- Vorpommern durchschnittlich viermal so gro wie im Bundesdurchschnitt (224 Hektar zu 60 Hektar).