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5 Fakten zur wirtschaftlichen Lage der Landwirtschaft

5.2 Buchführungsergebnisse

Wirtschaftsanalyse auf der Basis von 11.900 Buchführungsabschlüssen
Der Analyse zur wirtschaftlichen Lage der deutschen Landwirtschaft liegen 11.874 Jahresabschlüsse von landwirtschaftlichen Haupt- und Nebenerwerbsbetrieben zu Grunde. Es handelt sich dabei um Buchführungsabschlüsse der LAND-DATA, des Landwirtschaftlichen Buchführungsverbandes Kiel und anderer regionaler Buchstellen. Die Ergebnisse sind auf Basis der Verteilung der Betriebe nach der Agrarstrukturerhebung 2016 repräsentativ hochgerechnet. Ein Vergleich mit den Ergebnissen vorangegangener Situationsberichte ist wegen der Umstellung auf aktuelle Standardoutput-Werte nur bedingt möglich. Bei den Ergebnissen zu den Agrargenossenschaften konnte auf die Unterstützung des Fachprüfungsverbandes (FPV) sowie des Genossenschaftsverbandes zurückgegriffen werden.
 
Wirtschaftsjahr 2017/18 mit Licht und Schatten
 
Nach starken Einbußen in 2014 und 2015 haben sich die Unternehmensergebnisse in den beiden Wirtschaftsjahren 2016/17 und 2017/18 wieder erholt. Im Durchschnitt der Haupterwerbsbetriebe (Personengesellschaften und Einzelunternehmen) lag das Unternehmensergebnis mit 65.200 Euro um ein knapp ein Fünftel (19 Prozent) über dem Vorjahresergebnis von 54.800 Euro. Auf dem Weg der wirtschaftlichen Erholung waren im Wirtschaftsjahr 2017/18 vor allem die Milchvieh- und auch Rindermastbetriebe, während Ackerbaubetriebe ihr relativ niedriges Niveau bei den Unternehmensergebnissen kaum halten konnten und Veredlungsbetriebe einen Verlust von gut einem Drittel hinnehmen mussten. Dauerkulturbetriebe mit dem Schwerpunkt Weinbau schlossen mit einem leichten Plus ab. Die Wirtschaftszahlen in den Regionen spiegeln die Entwicklung der Betriebszweige wider. Grund für regionale Unterschiede sind vor allem unterschiedliche Entwicklungen bei den Naturalerträgen in der pflanzlichen Erzeugung.

Wirtschaftsjahr 2018/19 lässt auf breiter Front wirtschaftliche Einbußen befürchten
 
Marktentwicklungen in vielen wichtigen landwirtschaftlichen Erzeugungsbereichen und Auswirkungen der Dürre 2018 lassen erkennen, dass für das laufende Wirtschaftsjahr 2018/19 mit einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in nahezu allen Betriebsformen zu rechnen ist. Zwar zeichnen sich für einige Produktbereiche stabile bis feste Erzeugerpreise ab. Dem stehen aber deutlich höhere Preise für Betriebsmittel, wie insbesondere für Futtermittel, Energie/Treibstoffe sowie Düngemittel gegenüber. Auch unter der Annahme eines sich behauptenden Erzeugerpreisniveaus bei Milch dürften die Futterbaubetriebe ihr relativ gutes Unternehmensergebnis aus dem Wirtschaftsjahr 2018/19 vor allem auf Grund erheblich gestiegener Kosten nicht halten können. Ackerbaubetreibe können ihre starken dürrebedingten Ernteeinbußen nur zum Teil durch die deutlich gestiegenen Erzeugerpreise ausgleichen. In den auf Schweinehaltung spezialisierten Veredlungsbetrieben dürfte sich die Erlössituation im Wirtschaftsjahresvergleich weiter verschlechtern; hinzu kommen erhebliche Mehraufwendungen für Futter und Energie.
 
Je Landwirt 45.700 Euro
 
Das Unternehmensergebnis je Familienarbeitskraft beträgt im Wirtschaftsjahr 2017/18 im Durchschnitt der Betriebe 45.700 Euro. Die Landwirte haben damit ein „Bruttomonatseinkommen“ (monatliches Unternehmensergebnis je Familien-Arbeitskraft) von etwa 3.800 Euro erzielt. Dabei ist zu berücksichtigen, dass ein Teil des Unternehmensergebnisses für die Finanzierung von Existenz sichernden Neuinvestitionen aufzuwenden ist. Auch die Zahlungen für die Landwirtschaftliche Alters- und Krankenversicherung müssen aus dem Unternehmensergebnis getragen werden. Diese betrugen im Durchschnitt der Betriebe im Wirtschaftsjahr 2017/18 rund 7.500 Euro oder 620 Euro pro Monat.
 
Faktorentlohnung hat sich deutlich verbessert
 
Unter der Annahme eines Lohnansatzes für die durchschnittlich 1,43 Familienarbeitskräfte, wie er für fremde Arbeitskräfte einschließlich Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung gezahlt wird, und eines Zinsansatzes von 3,5 Prozent für das eingesetzte Eigenkapital müsste das durchschnittliche Unternehmensergebnis bei 63.200 Euro liegen. Das tatsächliche Unternehmensergebnis im Wirtschaftsjahr 2017/18 lag mit 65.200 Euro etwas darüber. Zum Vergleich: Die EU-Direktzahlungen betrugen im Wirtschaftsjahr 2017/18 26.000 Euro je Haupterwerbsbetrieb. 
 
Um 4,4 Prozent höhere Erträge
 
Die betrieblichen Erträge sind im Durchschnitt aller Haupterwerbsbetriebe im Wirtschaftsjahr 2017/18 um 4,4 Prozent angestiegen. Grund waren merklich höhere Erzeugerpreise vor allem bei Milch, Eiern und Rindern, aber auch bei Getreide und damit verbundene Erlössteigerungen. Den mit Abstand größten Einfluss auf die Gewinnentwicklung im Wirtschaftsjahr 2017/18 hatten allerdings die deutlich erstarkten Milchpreise. Negativen Einfluss hatten vor allem erheblich niedrigere Schweinepreise. Deutliche Erlöseinbußen gab es auch bei Kartoffeln und Raps. Bei Zuckerrüben konnte eine höhere Ernte Preiseinbußen mehr oder minder ausgleichen.
 
Um 1,7 Prozent höhere Aufwendungen
 
Weniger stark als die Erträge stiegen im Wirtschaftsjahr 2017/18 die Aufwendungen. Sie lagen im Durchschnitt der Betriebe um 1,7 Prozent über dem Vorjahresstand. Preisbedingt gab es Entlastungen bei Dünge- und Pflanzenschutzmitteln. Auch bei Viehzukäufen fiel der Aufwand niedriger aus. Kostentreiber waren dagegen vor allem höhere Preise für Energie, Treibstoffe und Futtermittel. Aber auch der Personal- und Pachtaufwand legten deutlich zu. Die höheren Unterhaltungsaufwendungen sind vor allem auf einen Nachholbedarf nach wirtschaftlich schwachen Vorjahren zurückzuführen. Bei fast unverändertem Fremdkapitalbestand ging der Zinsaufwand gegenüber dem Vorjahr um gut 8 Prozent zurück. 
 
Ackerbaubetriebe weiter unter wirtschaftlichem Druck
 
Haupterwerbsbetriebe mit Produktionsschwerpunkt Ackerbau hatten auch im Wirtschaftsjahr 2017/18 weitere, wenn auch leichte Erlöseinbußen. Ursache waren vor allem niedrigere Erlöse aus dem Raps- und Kartoffelanbau sowie aus der Schweinehaltung, die für viele Ackerbaubetriebe ein wichtiges wirtschaftliches Standbein darstellt. Diese Einbußen konnten durch preisbedingt deutliche Erlöszuwächse im Getreidebau nicht wettgemacht werden. Entlastungen erhielten die Ackerbaubetriebe auf der Aufwandsseite insbesondere beim Einkauf von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln. Bei Energie, Treibstoffen und Pachten dagegen stiegen die Aufwendungen an. Unter dem Strich fiel das Unternehmensergebnis der Ackerbaubetriebe im Wirtschaftsjahr 2017/18 mit durchschnittlich 45.800 Euro gegenüber dem niedrigen Vorjahresniveau etwas geringer aus (- 2,2 Prozent). Je nicht entlohnter Familienarbeitskraft sind das 36.100 Euro. 
 
Ergebnisse der Milchviehbetriebe wieder kräftig erholt
 
Mit 90.600 Euro lag das durchschnittliche Unternehmensergebnis der auf Milchviehhaltung spezialisierten Futterbaubetriebe im Wirtschaftsjahr 2017/18 um etwa zwei Drittel höher als im Vorjahr. Damit hat sich die wirtschaftliche Erholung nach den beiden Krisenjahren 2014/15 und 2015/16 weiter fortgesetzt. Hauptursache für die Ergebnisverbesserung waren die weiter deutlich erholten Milchpreise. Mit 60.200 Euro je nicht entlohnter Familienarbeitskraft wird wieder ein Gewinnniveau erreicht, das an die Zeit vor 2014 anknüpft. Unterstützt wurde die wirtschaftliche Erholung der Milchviehbetriebe auch durch höhere Erlöse aus dem Verkauf von Schlachtkühen und -rindern. 
 
Rindermastbetriebe ebenfalls mit positiver Ergebnisentwicklung
 
Die stärker auf Rindermast und Mutterkuhhaltung spezialisierten „sonstigen Futterbaubetriebe“ erreichten im Wirtschaftsjahr 2017/18 mit 50.500 Euro ebenfalls eine deutliche Ergebnisverbesserung, allerdings auf Basis eines relativ niedrigen Vorjahresniveaus (+ 41 Prozent). Der Gewinn je nicht entlohnter Familien-AK liegt aber nur bei 36.500 Euro. Bei deutlich gestiegenen Einnahmen aus der Rindermast rührt der Anstieg der Unternehmensergebnisse auch auf höhere Erträge aus der Milchviehhaltung, die in dieser Betriebsgruppe ein wichtiges wirtschaftliches Standbein darstellt. 
 
Wirtschaftlicher Einbruch bei den Veredlungsbetrieben 
 
Nach relativ guten Ergebnissen im Vorjahr mussten die Veredlungsbetriebe im Wirtschaftsjahr 2017/18 eine erhebliche Verschlechterung ihrer Unternehmensergebnisse hinnehmen. Mit durchschnittlich 56.600 Euro Unternehmensgewinn blieben die Veredlungsbetriebe um 35 Prozent hinter dem Vorjahresstand zurück. Je nicht entlohnter Familien-Arbeitskraft sind das 41.600 Euro. Hauptursache für die negative Ergebnisentwicklung waren niedrigere Erzeugerpreise für Schlachtschweine und Ferkel. Die auf Geflügelhaltung spezialisierten Veredlungsbetriebe konnten auf Grund unveränderter Schlachtgeflügel und höherer Eierpreise dagegen ihr relativ hohes Gewinnniveau aus dem Vorjahr stabilisieren. Ihre Unternehmensergebnisse nahmen im Durchschnitt um 5 Prozent zu. 
 
Weinbaubetriebe mit leichtem Plus – Obstbaubetriebe mit Minus
 
Die auf Weinbau ausgerichteten Dauerkulturbetriebe verzeichneten im Wirtschaftsjahr 2017/18 einen leichten Anstieg ihrer Wirtschaftsergebnisse um 1 Prozent. Bei großen regionalen Unterschieden liegt das durchschnittliche Unternehmensergebnis dieser Betriebsgruppe bei 71.800 Euro. Das sind je nicht entlohnter Familienarbeitskraft 39.600 Euro. Die Unternehmensergebnisse der auf Obstanbau ausgerichteten Dauerkulturbetriebe konnten im Wirtschaftsjahr 2017/18 ihr relativ gutes Vorjahresergebnis nicht halten und schnitten mit einem Minus von 5 Prozent ab.  
 
Öko-Betriebe mit stabilen Ergebnissen
 
Unter den Haupterwerbsbetrieben konnten auch 344 Betriebe des ökologischen Landbaus ausgewertet werden. Davon sind 64 Prozent Milchviehbetriebe. Die betrieblichen Erträge stiegen im Wirtschaftsjahr 2017/18 gegenüber Vorjahr mit plus 5,7 Prozent überdurchschnittlich stark an. Im Vergleich zu den konventionell wirtschaftenden Betrieben nahmen allerdings auch die Aufwendungen mit plus 3,4 Prozent relativ stark zu. Das durchschnittliche Unternehmensergebnis dieser Betriebsgruppe legte im Wirtschaftsjahr 2017/18 um gut 12 Prozent auf 85.600 Euro zu (nicht hochgerechnet). Je nicht entlohnter Familien-Arbeitskraft sind das 57.000 Euro. Die Öko-Betriebe weisen im Wirtschaftsjahr 2017/18 Zahlungen aus Agrarumweltmaßnahmen einschließlich Prämien für den ökologischen Landbau von durchschnittlich 24.400 Euro aus. Zum Vergleich: Im Durchschnitt aller Haupterwerbsbetriebe betragen die Zahlungen für Agrarumweltmaßnahmen 4.300 Euro.
 
Kaum veränderter Fremdkapitalbestand – deutlich verringerter Zinsaufwand 
Der durchschnittliche Fremdkapitaleinsatz je Haupterwerbsbetrieb betrug im Wirtschaftsjahr 2017/18 216.200 Euro. Das waren gegenüber dem Stand des Vorjahres 1.200 Euro weniger. Je Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche beträgt der Fremdkapitaleinsatz rund 2.400 Euro. Vom gesamten betrieblichen Fremdkapital entfallen durchschnittlich 49.500 Euro (23 Prozent) auf kurzfristige Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit unter einem Jahr. Die Zinsaufwendungen fielen im Wirtschaftsjahr 2017/18 um gut 8 Prozent auf 5.100 Euro je Unternehmen.
 
Deutlich positive Eigenkapitalveränderung
 
Die wirtschaftliche Erholung in den Betrieben führte im Wirtschaftsjahr 2017/18 zu einer Eigenkapitalbildung von durchschnittlich 14.500 Euro. Im Wirtschaftsjahr zuvor lag sie bei 12.900 Euro. Zur Sicherung der Existenz eines Haupterwerbsbetriebes werden jährlich pauschal mehr als 15.000 Euro für erforderlich gehalten. 
 
Investitionsneigung eher verhalten
Trotz wirtschaftlicher Erholung stiegen die Bruttoinvestitionen der landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetriebe im Wirtschaftsjahr 2017/18 um knapp 3 Prozent auf durchschnittlich 51.300 Euro. Während die Maschineninvestitionen deutlich zunahmen, waren die Gebäudeinvestitionen rückläufig. Offensichtlich überwogen wirtschaftliche Konsolidierungsbestrebungen vor Absichten zu Modernisierung oder Betriebserweiterung. Wiederaufbau von Liquiditätsreserven und Unterhaltung von Gebäuden wurden Investitionen vorgezogen. Außerdem führten Unsicherheiten über rechtliche Rahmenbedingungen zur Investitionszurückhaltung. Die Nettoinvestitionen zogen im Wirtschaftsjahr 2017/18 wieder an, fielen aber mit einem durchschnittlichen Wert von nur 6.900 Euro je Betrieb relativ bescheiden aus.
 
Nachhaltige Wirtschaftlichkeit
 
Wegen der relativ starken Schwankungen der Gewinne in der Landwirtschaft wird die wirtschaftliche Lage in den Betrieben zusätzlich auch anhand mehrjähriger Durchschnitte beurteilt. Im Durchschnitt der Wirtschaftsjahre 2015/16 bis 2017/18 erzielten die Haupterwerbsbetriebe ein durchschnittliches Unternehmensergebnis von 53.600 Euro. In 42 Prozent der Betriebe lag das Unternehmensergebnis im Schnitt der drei Wirtschaftsjahre bei mehr als 50.000 Euro. Das durchschnittliche Unternehmensergebnis dieser Gruppe betrug 97.500 Euro. Auch Brutto- und Nettoinvestitionen lagen mit 72.700 Euro bzw. 13.900 Euro erheblich über dem Durchschnitt aller Haupterwerbsbetriebe. Ganz anders stellen sich die Verhältnisse in den Betrieben unter 30.000 Euro nachhaltigem Unternehmensgewinn dar. Hier fanden im Durchschnitt der letzten drei Wirtschaftsjahre mit 2.600 Euro nur noch vergleichsweise geringe Nettoinvestitionen statt. Das Eigenkapital wurde jährlich um rund 3.300 Euro abgebaut.
 
Nur 38 Prozent der Betriebe mit Eigenkapitalbildung über 10.000 Euro 
Die nachhaltige Eigenkapitalbildung der drei Wirtschaftsjahre 2015/16 bis 2017/18 betrug im Durchschnitt der Haupterwerbsbetriebe 10.000 Euro. Als pauschale Messgröße zur Sicherung der Existenz eines Haupterwerbsbetriebes gilt eine jährliche Eigenkapitalbildung von mindestens 10.000 bis 20.000 Euro. Von der Gesamtheit der Haupterwerbsbetriebe erwirtschafteten im Durchschnitt der letzten drei Wirtschaftsjahre 38 Prozent eine Eigenkapitalbildung von mindestens 10.000 Euro. Die durchschnittliche Eigenkapitalbildung dieser Betriebe betrug 42.400 Euro. Die Bruttoinvestitionen dieser Betriebe lagen bei jährlich 79.000 Euro, die Nettoinvestitionen bei entsprechend 26.500 Euro. In den 30 Prozent der Haupterwerbsbetriebe mit nachhaltigen Eigenkapitalverlusten von jährlich mehr als 5.000 Euro dagegen wurde zusätzliches Fremdkapital aufgenommen und nicht über die Abschreibungen hinaus investiert.
 
Viele Betriebe auf dem Rückzug aus der Landwirtschaft 
Etwa 36 Prozent der landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetriebe investierten in den zurückliegenden drei Wirtschaftsjahren netto mehr als 5.000 Euro im Jahr, im Durchschnitt 50.200 Euro. Ihr Unternehmensergebnis war mit jährlich 66.400 Euro ebenso überdurchschnittlich wie die Eigenkapitalbildung mit 28.500 Euro und die Fremdkapitalzunahme mit 29.300 Euro. Anders bei den Betrieben, in denen Vermögen abgebaut wurde: Etwa 45 Prozent der Betriebe hatten in den letzten drei Wirtschaftsjahren negative Nettoinvestitionen von jährlich mehr als 5.000 Euro. Neben einem niedrigen Unternehmensergebnis sind Eigen- und Fremdkapitalabbau und damit Minderung des Unternehmensvermögens kennzeichnend für die Situation dieser Betriebe.
 
Fremdkapital ist in vielen Betrieben ein wichtiges Finanzierungsinstrument
 
Etwa 24 Prozent der Betriebe nahmen im Durchschnitt der letzten drei Wirtschaftsjahre jährlich mehr als 10.000 Euro Fremdkapital auf, im Durchschnitt dieser Betriebe waren es 55.200 Euro. Kennzeichen dieser Betriebe ist vor allem eine hohe Investitionstätigkeit. Betriebe dagegen, die ihren Fremdkapitaleinsatz in den letzten Jahren nachhaltig reduzierten, investierten auch weniger, zeichnen sich aber durch etwas überdurchschnittliche Unternehmensergebnisse und Eigenkapitalbildung aus.
 
Nebenerwerbsbetriebe
Plus bei den Nebenerwerbsbetrieben
Das durchschnittliche Unternehmensergebnis der Nebenerwerbsbetriebe lag im Wirtschaftsjahr 2017/18 bei 13.100 Euro. Dies sind 1.700 Euro oder 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Ergebnisse beruhen auf 1.090 ausgewerteten Nebenerwerbsbetrieben. Die meisten davon (66 Prozent) sind auf Ackerbau ausgerichtet. Die durchschnittliche Größe der ausgewerteten Nebenerwerbsbetriebe beträgt 38,3 Hektar LF. Gegenüber dem Vorjahr sind insbesondere die Viehbestände stark zurückgegangen. Auch die Entwicklungen bei einer Reihe von Ertrags- und Aufwandspositionen deuten darauf hin, dass sich die ausgewerteten Nebenerwerbsbetriebe stärker auf ihre außerlandwirtschaftliche Erwerbstätigkeit konzentrierten. 
 
Agrargenossenschaften 
Wirtschaftliche Erholungstendenzen auch bei den Agrargenossenschaften
Den ausgewerteten 318 Agrargenossenschaften aus den neuen Ländern liegen Buchführungsabschlüsse zugrunde, die zum Teil nach Kalenderjahren und zum Teil nach Wirtschaftsjahren abgeschlossen haben. Für den Durchschnitt der Agrargenossenschaften brachte das aktuelle Buchführungsjahr einen Jahresüberschuss von 160.000 Euro (Vorjahr 8.000 Euro). Gemessen an der Kennzahl „Unternehmensergebnis plus Personalaufwand“, die einen Vergleich zwischen den Betrieben verschiedener Rechtsformen ermöglicht, wurden je Arbeitskraft 37.000 Euro erzielt. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 19 Prozent. Bei den Haupterwerbsbetrieben betrug der entsprechende Wert im Wirtschaftsjahr 2017/18 41.600 Euro (+ 17 Prozent).
Die ausgewerteten Agrargenossenschaften bewirtschaften im Durchschnitt 1.658 Hektar. Mit durchschnittlich 27,4 Vollarbeitskräften liegt der AK-Besatz bei 1,7 je 100 Hektar.