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5 Fakten zur wirtschaftlichen Lage der Landwirtschaft

5.3 Landwirtschaftliche Gesamtrechnung

Produktionswert 2014 bei rund 54,6 Milliarden Euro
Der Produktionswert der deutschen Landwirtschaft wird für 2014 auf 54,6 Milliarden Euro geschätzt (Vorjahr 55,8 Mrd. Euro). Besonders stark ist der Produktionswert in der pflanzlichen Erzeugung zurückgegangen. Auch der Wert der tierischen Erzeugung konnte nicht an das Vorjahresergebnis heranreichen.
 
Starkes Minus in der Pflanzenproduktion
Der deutliche Rückgang des Produktionswertes pflanzlicher Erzeugnisse ist insbesondere auf die niedrigeren Erzeugungswerte für Getreide, Kartoffeln, Obst und Gemüse, aber auch für Ölsaaten zurückzuführen. In der Regel glichen höhere Ernten die deutlich niedrigeren Erzeugerpreise nicht aus. Deutlich über Vorjahresniveau liegt dagegen der Produktionswert für Wein/Weinmost.
In der tierischen Erzeugung ist vor allem der Produktionswert für Schweine, Rinder und Eier zurückgegangen. Der Milchbereich konnte von den relativ hohen Erzeugerpreisen in der ersten Jahreshälfte 2014 noch profitieren. Zusammen mit Ausweitung der erzeugten Milchmenge wird in 2014 sogar ein Anstieg des Produktionswertes erreicht. Bei Geflügel gleichen sich Mengenplus und Preisminus in etwa aus.
 
Kostensteigerungen vor allem bei Futtermitteln
Die Summe aller Vorleistungen beläuft sich für 2014 auf geschätzt 35,2 Milliarden Euro. Das sind gegenüber dem Vorjahr etwa 1,5 Milliarden Euro oder gut 4 Prozent weniger. Dafür waren vor allem niedrigere Futtermittelkosten, aber auch niedrigere Aufwendungen für Düngemittel und Energie maßgebend. Mit der Überschreitung der Milchquote fallen für die deutschen Milcherzeuger 2014 163 Millionen Euro Strafabgaben an, die in der Gesamtrechnung unter „Produktionsabgaben“ verbucht werden.
Unter die Position Beihilfen fallen vor allem die EU-Betriebsprämien. Durch die Brüsseler Beschlüsse zum Mehrjährigen Finanzrahmen der EU und die Auswirkungen der Finanziellen EU-Haushaltsdisziplin gehen die Direktzahlungen an die deutschen Landwirte in 2014 gegenüber Vorjahr netto um rund 2 Prozent zurück.
 
Einkommen je Arbeitskraft in 2014 etwas niedriger als in 2013
Die landwirtschaftliche Nettowertschöpfung – vergleichbar mit dem Betriebseinkommen – fällt im Kalenderjahr 2014 nach der vorliegenden Schätzung auf etwa 17,7 Milliarden Euro. Das ist gegenüber dem Vorjahr ein knappes Prozent weniger. Je Arbeitskraft-Einheit (AK) errechnet sich daraus eine Nettowertschöpfung von etwa 34.200 Euro.
 
Für 2015 deutliche Verschlechterung zu befürchten
Unter der Annahme durchschnittlicher Ernten dürften die im Spätherbst 2014 abzusehenden Entwicklungen auf den internationalen und nationalen Märkten in 2015 insgesamt zu einem deutlichen Rückgang des Produktionswertes führen. Besonders davon betroffen ist der Milchbereich. Aber auch die Vorleistungen gehen zurück, wie im Vorjahr besonders bei den Futter- und Düngemitteln und voraussichtlich auch bei Energie. Die Aufwendungen für andere Betriebsmittel wie die Unterhaltung von Maschinen und Gebäuden steigen voraussichtlich leicht an. Durch die Umschichtung von 4,5 Prozent der Direktzahlungsmittel in die „Zweite Säule“ gehen der deutschen Landwirtschaft 2015 231 Millionen Euro Beihilfen verloren. Ferner ist in 2015 mit einer Superabgabe für die Überschreitung der Milchquote in beträchtlicher Größenordnung zu rechnen. Die Nettowertschöpfung, die der Entlohnung von Arbeit, Boden und Kapital dient, dürfte in 2015 auf etwa 16 Milliarden Euro zurückgehen (gegenüber Vorjahr - 9 Prozent). Je Arbeitskraft wären das etwa 31.400 Euro.
 
Erneuerbare Stromerzeugung bringt zusätzliche Erlöse von 6,1 Milliarden Euro
Analysen im Auftrag des Bundesumweltministeriums zufolge befinden sich etwa 11 Prozent der installierten Leistung von erneuerbaren Stromerzeugungsanlagen in der Hand von Landwirten (siehe hierzu auch Kapitel 2.3). Mit Biogas, Fotovoltaik und Wind erwirtschafteten die deutschen Landwirte in 2013 einen zusätzlichen Erlös von geschätzt 6,1 Milliarden Euro. Besonders hoch ist das Engagement der Landwirte bei Biogas; hier werden etwa 70 Prozent der Erzeugerkapazität von 3.550 Megawatt von Landwirten betrieben.
 
 
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