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5 Fakten zur wirtschaftlichen Lage der Landwirtschaft

5.3 Landwirtschaftliche Gesamtrechnung

Produktionswert 2018 sinkt auf 54 Milliarden Euro
 
Der Produktionswert der deutschen Landwirtschaft wird für 2018 auf 54,3 Milliarden Euro geschätzt. Das sind gegenüber dem Vorjahr fast 2 Milliarden Euro oder knapp 4 Prozent weniger. Dabei ist der landwirtschaftliche Produktionswert sowohl in der pflanzlichen als auch in der tierischen Erzeugung deutlich zurückgegangen.
 
Großes Minus vor allem im Ackerbau und in der Schweinehaltung
Der Rückgang des Produktionswertes pflanzlicher Erzeugnisse ist vor allem auf die Auswirkungen der langen Sommertrockenheit zurückzuführen, die durch höhere Preise nur zum Teil ausgeglichen werden konnten. Die Erzeugungswerte für Getreide, Raps, Zuckerrüben und Kartoffeln liegen deutlich unter den Vorjahreswerten. Obst, Gemüse und Wein sind dagegen Erzeugungsbereiche mit etwas höheren Produktionswerten. Der starke Rückgang des Produktionswertes tierischer Erzeugnisse ist auf deutliche Erlösrückgänge bei Schweinen, aber auch bei Milch und Eiern zurückzuführen. Die Produktionswerte von Rindern und Geflügel können dagegen im Jahresvergleich etwas zulegen. 
 
Kostensteigerungen bei den Betriebsmitteln
 
Die Summe aller Vorleistungen beläuft sich 2018 auf geschätzt 36,9 Milliarden Euro. Das sind gegenüber dem Vorjahr etwa 1,5 Milliarden Euro oder gut 4 Prozent mehr. Ursache dafür sind vor allem dürrebedingt erhebliche höhere Aufwendungen für Futtermittel sowie merkliche Kostensteigerungen bei Energie und den Leistungen zum Unterhalt von Maschinen und Gebäuden. Entlastungen gibt es bei Dünge- und Pflanzenschutzmitteln. 
 
Krisenhilfen entlasten
 
Unter die Position Beihilfen fallen vor allem die als Betriebsprämien gewährten EU-Direktzahlungen. Diese gehen in 2018 und 2019 leicht zurück. Die Liquiditätshilfen für Milchviehbetriebe in Höhe von 116 Millionen Euro wurden 2017 einmalig gewährt und fallen seitdem nicht mehr an. Neu hinzu kommen in 2018 die Hilfen aus dem Bund-Länder-Dürrehilfeprogramm. Ob die hierfür zur Verfügung gestellten Mittel ob der hohen Komplexität des Hilfsprogramms ausgeschöpft werden, ist noch offen. Wenn die EU-Kommission der Gewinnglättung bei der Einkommensteuer zustimmt, wird dies den Betrag der Beihilfen erhöhen.
 
Einkommen im Kalenderjahr 2018 deutlich verschlechtert
 
Die landwirtschaftliche Nettowertschöpfung – vergleichbar mit dem Betriebseinkommen – fällt im Kalenderjahr 2018 nach der vorliegenden Schätzung auf etwa 14,5 Milliarden Euro zurück. Das sind gegenüber dem Vorjahresergebnis rund 17 Prozent weniger. Je Arbeitskraft-Einheit (AK) errechnet sich daraus eine Nettowertschöpfung von etwa 30.800 Euro. 
 
Erwartung einer normalisierten Ertragslage in 2019
 
Unter der Annahme durchschnittlicher Ernten dürften die im Spätherbst 2018 abzusehenden Entwicklungen auf den internationalen und nationalen Märkten in 2019 insgesamt wieder zu einem höheren Produktionswert führen, und zwar vor allem in der pflanzlichen Erzeugung. Unsicherheiten zu dieser Prognose rühren von einem möglichen unzureichenden Ausgleich von Angebot und Nachfrage auf wichtigen Erzeugermärkten. Hinzu kommt zum Beispiel auch die Sorge über eine mögliche weitere Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest auf Deutschland. Bei der Annahme einer Normalernte dürften die Futterkosten wieder erheblich zurückgehen, während der Einsatz von anderen Betriebsmitteln, wie insbesondere Energie und Düngemittel, deutlich teurer werden dürfte. Unter dem Strich könnten die Vorleistungen insgesamt in 2019 sogar etwas unter dem Vorjahresstand bleiben.
Die Nettowertschöpfung, die der Entlohnung von Arbeit, Boden und Kapital dient, dürfte in 2019 nach der vorliegenden eher konservativen Schätzung auf etwa 15 bis 16 Milliarden Euro ansteigen. Das würde gegenüber dem Ergebnis des Jahres 2018 einem Anstieg von gut 8 Prozent entsprechen. Mit einer geschätzten Nettowertschöpfung je Arbeitskraft von 33.700 Euro wird der Stand von 2017 mit 37.200 Euro aber noch deutlich verfehlt (Stand November 2018).